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Die Zahl der ausländischen Einwohner auf den Kanarischen Inseln hat sich in 25 Jahren mehr als vervierfacht

Vor allem die italienische und kolumbianische Gemeinschaft wächst stark, während die Zahl der britischen Einwohner weiter zurückgeht.

Die Zahl der ausländischen Einwohner auf den Kanarischen Inseln hat sich seit Beginn des Jahrhunderts mehr als vervierfacht. Besonders stark gewachsen sind in den vergangenen Jahren die italienische und die kolumbianische Gemeinschaft, während die Zahl der britischen Einwohner kontinuierlich zurückgeht.


Die Zahl der auf den Kanarischen Inseln lebenden ausländischen Staatsangehörigen ist im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts deutlich gestiegen. Waren zu Beginn des Jahrhunderts noch 77.196 Ausländer auf dem Archipel registriert, waren es 2025 bereits 342.612. Das entspricht einem Zuwachs von 343 Prozent.

Vor allem seit der Pandemie hat sich die Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung deutlich verändert. Einen wesentlichen Anteil am jüngsten Wachstum haben Italiener und insbesondere Kolumbianer. Die britische Bevölkerung entwickelt sich dagegen in die entgegengesetzte Richtung und verzeichnet seit mehreren Jahren einen kontinuierlichen Rückgang.

Zwischen 2021 und 2025 war das Vereinigte Königreich unter den wichtigsten Herkunftsländern das einzige, dessen Einwohnerzahl auf den Kanarischen Inseln zurückging. Innerhalb von vier Jahren sank die Zahl der registrierten britischen Staatsangehörigen von 28.995 auf 25.740. Das entspricht einem Rückgang um 11,23 Prozent beziehungsweise mehr als 3.200 Personen.

Hinzu kommt, dass die britische Gemeinschaft ein deutlich älteres demografisches Profil aufweist als die meisten anderen großen ausländischen Bevölkerungsgruppen. Rund 38 Prozent der britischen Einwohner sind mindestens 65 Jahre alt. Einen ähnlich hohen Anteil gibt es nur unter den Deutschen, von denen etwa ein Drittel dieser Altersgruppe angehört.

Bei Italienern liegt der Anteil der über 65-Jährigen dagegen nur bei rund 15 Prozent. Unter den Kolumbianern beträgt er laut Daten des Statistischen Instituts der Kanarischen Inseln (Istac) lediglich 4,3 Prozent.

Durch diese Entwicklung ist die britische Gemeinschaft, die früher die zweitgrößte ausländische Bevölkerungsgruppe des Archipels stellte, inzwischen auf den fünften Platz zurückgefallen. Vor ihr liegen heute Italiener, Kolumbianer, Venezolaner und Deutsche.

Zwischen 2021 und 2025 wuchs die Gesamtbevölkerung der Kanarischen Inseln um 79.942 Menschen und erreichte 2.258.866 Einwohner. 53.629 zusätzliche Einwohner waren ausländische Staatsangehörige. Damit entfielen rund 67 Prozent des gesamten Bevölkerungswachstums in diesem Zeitraum auf Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung stieg dadurch von 13,26 Prozent im Jahr 2021 auf 15,17 Prozent im Jahr 2025.

Italien bleibt größte ausländische Gemeinschaft, Kolumbien holt stark auf

Die Zahl der ausländischen Einwohner auf den Kanarischen Inseln hat sich in 25 Jahren mehr als vervierfacht

Mit 55.553 registrierten Einwohnern stellte Italien 2025 weiterhin die größte ausländische Bevölkerungsgruppe auf den Kanarischen Inseln. Gegenüber 2021 entspricht dies einem Anstieg von 10,26 Prozent.

Das mit Abstand stärkste Wachstum verzeichnete jedoch die kolumbianische Gemeinschaft. Innerhalb von nur vier Jahren nahm ihre Zahl um 98,56 Prozent zu und hat sich damit nahezu verdoppelt. Mit inzwischen 32.381 Einwohnern bilden Kolumbianer heute die zweitgrößte ausländische Gemeinschaft des Archipels.

Damit haben sie die Venezolaner überholt. Auch deren Zahl ist allerdings deutlich gestiegen: Mit 28.200 registrierten Einwohnern liegt sie fast 40 Prozent höher als 2021. Venezolaner stellen damit inzwischen die drittgrößte ausländische Bevölkerungsgruppe.

Auf Platz vier folgt Deutschland mit 27.631 Einwohnern, rund zehn Prozent mehr als vier Jahre zuvor. Das Vereinigte Königreich liegt mit 25.740 Einwohnern nach einem Rückgang um 11,23 Prozent auf Platz fünf. Die nächstgrößte Gruppe bilden Marokkaner mit 20.382 Einwohnern. Ihre Zahl stieg seit 2021 um knapp zehn Prozent.

Auch die kubanische Bevölkerung ist deutlich gewachsen. Sie nahm um 22,66 Prozent auf 17.499 Einwohner zu. Die chinesische Gemeinschaft verzeichnete einen Anstieg um 3,25 Prozent auf 10.656 Personen, während die Zahl der französischen Einwohner um 11,82 Prozent auf 7.226 stieg.

Rumänien gehört dagegen neben dem Vereinigten Königreich zu den wenigen Herkunftsländern, deren Einwohnerzahl zurückging. Die Zahl der rumänischen Staatsangehörigen sank leicht um 1,97 Prozent auf 8.281.

Teneriffa ist weiterhin das wichtigste Ziel für Italiener

Besonders auffällig ist das Wachstum der kolumbianischen Bevölkerung, die sich vergleichsweise gleichmäßig über den gesamten Archipel verteilt. Seit 2021 ist ihre Zahl auf jeder einzelnen Insel um mehr als 85 Prozent gestiegen.

Italiener konzentrieren sich dagegen stärker auf Teneriffa. Rund die Hälfte aller auf den Kanarischen Inseln lebenden italienischen Staatsangehörigen wohnt dort. Auch Gran Canaria und Fuerteventura verfügen allerdings über größere italienische Gemeinschaften.

Teneriffa ist ebenfalls das wichtigste Ziel für Venezolaner. Rund 60 Prozent aller venezolanischen Einwohner des Archipels leben auf der Insel. Auch etwa die Hälfte der britischen Bevölkerung der Kanarischen Inseln ist dort registriert.

Die Zahl der ausländischen Einwohner auf den Kanarischen Inseln hat sich in 25 Jahren mehr als vervierfacht

Deutsche Einwohner sind geografisch stärker verteilt und haben unter anderem auf La Palma und La Gomera eine vergleichsweise große Präsenz. Damit verändert sich nicht nur die Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung nach Nationalitäten. Auch ihre geografische Verteilung innerhalb des Archipels wandelt sich zunehmend.

Traditionelle internationale Tourismuszentren wie Adeje, Arona und San Bartolomé de Tirajana verzeichnen nur noch vergleichsweise geringe relative Zuwächse. Teilweise stagniert die Zahl ausländischer Einwohner sogar. In Gemeinden wie Pájara gehen insbesondere die Zahlen britischer und deutscher Einwohner zurück.

Auch in mehreren Gemeinden im Süden Teneriffas und Gran Canarias wird das Wachstum der ausländischen Bevölkerung durch den Rückgang britischer und deutscher Staatsangehöriger gebremst.

In Adeje sank die Zahl der britischen Einwohner zwischen 2021 und 2025 um 578 Personen, in Arona um 445 und in San Miguel de Abona um 307. In San Bartolomé de Tirajana wurden 60 Deutsche und 54 Briten weniger registriert.

Trotz dieser Rückgänge bleibt der Süden Teneriffas die Region mit der höchsten absoluten Zahl ausländischer Einwohner auf den Kanarischen Inseln. Dort leben insgesamt 98.035 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

An zweiter Stelle folgt der Großraum Las Palmas de Gran Canaria und Telde mit 41.348 ausländischen Einwohnern. Adeje bleibt gleichzeitig die Gemeinde mit dem höchsten Ausländeranteil. Rund 48 Prozent der Bevölkerung besitzen dort eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Dahinter folgen La Oliva, Antigua, Santiago del Teide, Arona, Yaiza, Tías, San Miguel de Abona, Mogán und Valle Gran Rey. In all diesen Gemeinden liegt der Anteil der ausländischen Bevölkerung bei mehr als 34 Prozent.

Immer mehr Ausländer ziehen in Gemeinden außerhalb der Tourismuszentren

Ein weiterer auffälliger Trend ist die zunehmende Ansiedlung ausländischer Einwohner außerhalb der klassischen Tourismusregionen.

Immer häufiger lassen sich ausländische Staatsangehörige in landwirtschaftlich geprägten Gemeinden oder in Orten mit überwiegend einheimischer Wohnbevölkerung nieder. Die ausländische Bevölkerung verteilt sich damit zunehmend stärker über den gesamten Archipel.

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in Gáldar, wo die Zahl der ausländischen Einwohner seit 2021 um fast 70 Prozent gestiegen ist. In Icod de los Vinos betrug der Zuwachs 55 Prozent, in Arico 48 Prozent und in Telde 47 Prozent. Santa Brígida verzeichnete einen Anstieg von 40 Prozent, Frontera von 39 Prozent und Los Realejos von 36 Prozent.

Die Daten zeigen damit, dass sich das Wachstum der ausländischen Bevölkerung nicht mehr ausschließlich auf Küstenorte, Ferienzentren und traditionelle Tourismusgemeinden konzentriert. Zunehmend sind auch Städte und Gemeinden betroffen, die bislang deutlich stärker von der einheimischen Bevölkerung geprägt waren.

Auf Fuerteventura ist fast jeder dritte Einwohner Ausländer

Die Zahl der ausländischen Einwohner auf den Kanarischen Inseln hat sich in 25 Jahren mehr als vervierfacht

Fuerteventura weist unter allen Kanarischen Inseln den höchsten Anteil ausländischer Einwohner auf. Von den dort lebenden Menschen besitzen 31,3 Prozent eine ausländische Staatsangehörigkeit. Insgesamt sind auf der Insel 40.402 ausländische Einwohner registriert.

Auf Platz zwei liegt Lanzarote mit 41.020 ausländischen Einwohnern. Sie machen 24,58 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Es folgt La Gomera mit 4.155 ausländischen Einwohnern und einem Anteil von 18,42 Prozent. Auf El Hierro leben 1.971 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, was 16,43 Prozent der Inselbevölkerung entspricht.

Teneriffa zählt mit 153.696 Personen die mit Abstand größte absolute Zahl ausländischer Einwohner. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung der Insel beträgt 15,90 Prozent. Auf La Palma leben 11.555 ausländische Staatsangehörige, was einem Anteil von 13,39 Prozent entspricht.

Gran Canaria weist mit 10,26 Prozent zwar den niedrigsten Anteil unter den sieben Hauptinseln auf, liegt mit 89.813 ausländischen Einwohnern in absoluten Zahlen jedoch auf dem zweiten Platz hinter Teneriffa.

Den stärksten prozentualen Anstieg der ausländischen Bevölkerung verzeichnete zwischen 2021 und 2025 El Hierro. Dort nahm die Zahl um 41,7 Prozent zu, was insbesondere mit dem Zuzug venezolanischer Staatsangehöriger zusammenhängt. Auf La Palma betrug der Zuwachs 26,3 Prozent und auf La Gomera 24,3 Prozent.

Gran Canaria verzeichnete einen Anstieg von 23,1 Prozent, Teneriffa von 17 Prozent. Auf Fuerteventura wuchs die ausländische Bevölkerung um 15 Prozent und auf Lanzarote um 14,9 Prozent.

Beschäftigung ist ein wichtiger Faktor der jüngsten Zuwanderung

Auch die Altersstruktur deutet darauf hin, dass ein großer Teil der jüngsten Zuwanderung mit dem Arbeitsmarkt zusammenhängt. Rund 75 Prozent der ausländischen Einwohner der Kanarischen Inseln sind zwischen 15 und 64 Jahre alt. Insgesamt gehören 257.774 Personen dieser Altersgruppe an.

Besonders hoch ist der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter unter Marokkanern und Kolumbianern. Bei den marokkanischen Einwohnern beträgt er 85,66 Prozent, bei den kolumbianischen 83,78 Prozent. Demgegenüber sind 49.038 ausländische Einwohner mindestens 65 Jahre alt. Sie machen 14,31 Prozent der gesamten ausländischen Bevölkerung des Archipels aus.

Unter den größten ausländischen Gemeinschaften weisen Briten und Deutsche mit Abstand das älteste demografische Profil auf. Rund 38 Prozent der britischen und 32 Prozent der deutschen Einwohner sind mindestens 65 Jahre alt.

Besonders hoch ist der Anteil älterer ausländischer Einwohner auf La Gomera und La Palma. Auf La Gomera entfallen 23,8 Prozent der ausländischen Bevölkerung auf Menschen ab 65 Jahren, auf La Palma sind es 21,19 Prozent.

Insgesamt zeigen die Daten einen tiefgreifenden Wandel der Bevölkerungsstruktur auf den Kanarischen Inseln. Die Zahl der ausländischen Einwohner ist nicht nur erheblich höher als noch zu Beginn des Jahrhunderts. Auch die Herkunftsländer verändern sich, die Bevölkerung wird im Durchschnitt jünger und ausländische Einwohner verteilen sich zunehmend auf Gemeinden außerhalb der traditionellen Tourismuszentren.


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