Die staatliche Wetterbehörde Aemet hat am Dienstag, dem 28. Juli, eine zweite Sonderwarnung zur bevorstehenden Hitzewelle herausgegeben, die in den kommenden Tagen sowohl die Kanarischen Inseln als auch weite Teile der Iberischen Halbinsel betreffen wird.
Die aktualisierte Warnung bestätigt, dass der Risikzeitraum offiziell am Mittwoch, dem 29. Juli, beginnt und mindestens bis Sonntag, dem 2. August, andauern soll. Aemet weist jedoch darauf hin, dass die Hitzewelle mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der darauffolgenden Woche anhalten könnte.
Nach Angaben der Wetterbehörde werden auf dem Archipel sehr hohe Höchsttemperaturen erwartet. An den Südhängen einzelner Inseln könnten die Werte 40 °C erreichen oder sogar überschreiten.
Ausgelöst wird die Hitzewelle durch eine warme Luftmasse, die von einem allmählichen Absinken der Feuchtigkeitsschicht begleitet wird. Diese Wetterlage begünstigt das Auftreten von Kalima oberhalb dieser Schicht, insbesondere in mittleren und höheren Lagen.
Die Kombination aus hohen Temperaturen, Schwebstaub in der Luft, Südwinden und sehr niedriger Luftfeuchtigkeit wird außerdem dazu führen, dass die Waldbrandgefahr auf den Kanarischen Inseln ein extremes Niveau erreicht.
Die am stärksten von der Hitzewelle betroffenen Gebiete

Die Temperaturprognose von Aemet zeigt für die kommenden Tage einen schrittweisen, aber deutlichen Temperaturanstieg auf den Inseln. Besonders betroffen sein dürften Gran Canaria, Fuerteventura und Teneriffa.
Am Mittwoch, dem 29. Juli, beginnt die Hitzewelle mit einem spürbaren Temperaturanstieg in den mittleren Höhenlagen von La Palma, Teneriffa und Gran Canaria. In den Tälern von Gran Canaria werden die Temperaturen voraussichtlich bereits am ersten Tag der Wetterlage 36 °C überschreiten.
Am Donnerstag, dem 30. Juli, wird sich der Temperaturanstieg auf den gesamten Archipel ausweiten. In den mittleren Höhenlagen und auf den Gipfeln im Süden von Gran Canaria werden Werte zwischen 36 °C und 38 °C erwartet. Im Süden Teneriffas sowie im Landesinneren von Fuerteventura werden die Temperaturen auf über 35 °C steigen.
Am Freitag, dem 31. Juli, halten die hohen Temperaturen weiter an. Auf Gran Canaria und im Landesinneren von Fuerteventura werden Höchstwerte zwischen 37 °C und 38 °C erwartet. In den mittleren Höhenlagen an den Südhängen Gran Canarias sind örtlich sogar Spitzenwerte zwischen 39 °C und 40 °C nicht auszuschließen.
Am Wochenende, also am Samstag, dem 1. August, und Sonntag, dem 2. August, nimmt die Unsicherheit in den Wettermodellen etwas zu. Dennoch deuten die aktuellen Prognosen darauf hin, dass die extreme Hitze weiter anhält. Im Landesinneren von Fuerteventura und an den Südhängen Gran Canarias könnten die Temperaturen erneut 37 °C bis 38 °C überschreiten.
Kalima und sehr warme Nächte
Die hohen Tageswerte werden durch eine fehlende nennenswerte Abkühlung in den Nacht- und frühen Morgenstunden verschärft. Aemet warnt, dass die Nächte in weiten Teilen des Archipels sehr warm bleiben werden. In Berggebieten und mittleren Höhenlagen dürften die Tiefsttemperaturen nicht unter 25 °C sinken.
In vielen Gebieten ist daher mit tropischen oder sogar drückend heißen Nächten zu rechnen. Besonders betroffen sind Orte, die der warmen Luftmasse stärker ausgesetzt sind und weniger vom mildernden Einfluss der Passatwinde profitieren.
Auch die Kalima in höheren Lagen sowie die zunehmende atmosphärische Stabilität könnten die Luftqualität in mittleren Höhenlagen und Bergregionen beeinträchtigen. Die Luft kann dort trüb, trocken und unangenehm werden, insbesondere in Bereichen, in denen sich Schwebstaub ansammelt.
Extremes Waldbrandrisiko auf dem gesamten Archipel

Aemet warnt zudem, dass das Waldbrandrisiko während dieser Hitzewelle auf den Kanarischen Inseln ein extremes Ausmaß erreichen wird.
Besonders besorgniserregend ist das Zusammentreffen mehrerer Faktoren: sehr hohe Temperaturen, niedrige relative Luftfeuchtigkeit, Kalima und Südwinde. Diese Bedingungen können die Vegetation rasch austrocknen und die Ausbreitung möglicher Brände begünstigen.
Im Ernstfall könnten solche Wetterbedingungen auch die Arbeit der Einsatzkräfte erheblich erschweren. Besonders kritisch ist die Lage in Waldgebieten, in mittleren Höhenlagen und an Südhängen, wo die Hitze voraussichtlich intensiver ausfallen und die Luftfeuchtigkeit besonders niedrig bleiben wird.
Behörden raten zur Beachtung offizieller Meldungen
Aemet aktualisiert seine Vorhersagen täglich und empfiehlt der Bevölkerung, die Informationen über offizielle Notfall- und Katastrophenschutzkanäle aufmerksam zu verfolgen.
Die Behörden werden die Lage im Laufe der Woche weiter beobachten, insbesondere in den Gebieten, die der Hitze, der Kalima und der Brandgefahr am stärksten ausgesetzt sind.
Der Bevölkerung wird geraten, bei Aktivitäten im Freien besondere Vorsicht walten zu lassen, unnötige Aufenthalte im Freien während der heißesten Stunden des Tages zu vermeiden und ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt gefährdeten Gruppen, darunter ältere Menschen, Kinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie Personen, die im Freien arbeiten oder sich dort über längere Zeit aufhalten.
Mit Temperaturen, die örtlich 40 °C überschreiten könnten, sehr warmen Nächten, Kalima und einer extremen Waldbrandgefahr dürfte diese Hitzewelle zu einem der bedeutendsten Wetterereignisse dieser Woche auf den Kanarischen Inseln werden.






