Die Hitzewelle auf den Kanarischen Inseln wird sich in den kommenden 48 Stunden weiter zuspitzen. Nach Angaben der staatlichen Wetterbehörde Aemet werden der heutige Dienstag und der morgige Mittwoch voraussichtlich die schwierigsten Tage dieser Hitzeepisode sein. Die Temperaturen steigen zunächst weiter an, bevor ab Donnerstag eine allmähliche Entspannung erwartet wird.
Der Rückgang der Temperaturen dürfte am Freitag deutlicher spürbar werden. Dennoch werden die Werte auch dann zunächst noch über dem für diese Jahreszeit üblichen Niveau liegen, bevor sich die Wetterlage wieder stärker den normalen Juli-Bedingungen annähert. Bis dahin müssen die am stärksten betroffenen Gebiete mit sehr hohen Tagestemperaturen und außergewöhnlich warmen Nächten rechnen.
Bereits am Montag wurden auf den Kanarischen Inseln sehr hohe Werte gemessen. In Las Tirajanas auf Gran Canaria erreichte das Thermometer 37,8 °C. In Llano de los Loros, in La Laguna auf Teneriffa, wurden 37,2 °C registriert. Diese Werte zeigen, dass die Hitze nicht nur klassische warme Zonen auf Gran Canaria betrifft, sondern auch höher gelegene und im Landesinneren gelegene Gebiete Teneriffas.
Für Dienstag und Mittwoch hat die Aemet für Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote die Warnstufe Orange aktiviert. Diese Stufe weist auf ein hohes Risiko durch hohe Temperaturen hin. Für Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro gilt weiterhin die Warnstufe Gelb, insbesondere für Gebiete im Landesinneren und in mittleren Höhenlagen.
Auf Gran Canaria könnten lokal mehr als 40 °C erreicht werden
Nach der Vorhersage der Aemet werden die Temperaturen heute und morgen in weiten Teilen des Archipels allgemein 30 °C bis 33 °C erreichen oder überschreiten. Eine Ausnahme bilden vor allem die nördlichen Küstengebiete, wo die Temperaturen etwas niedriger bleiben dürften.
Die höchsten Werte werden in nach Süden und Westen ausgerichteten Gebieten erwartet. Dort können die Temperaturen über 34 °C steigen. Besonders betroffen ist Gran Canaria. Auf der Insel werden Höchstwerte von etwa 37 °C erwartet, wobei in den heißesten Gebieten im Landesinneren und in mittleren Höhenlagen lokal auch mehr als 40 °C möglich sind.
Auch die Nächte werden in den betroffenen Gebieten kaum Erholung bringen. Die Tiefsttemperaturen dürften dort über 27 °C bleiben. Solche tropischen Nächte erschweren die nächtliche Abkühlung und können die Belastung durch die Hitzewelle deutlich erhöhen, vor allem für ältere Menschen, Kinder und Personen mit gesundheitlichen Problemen.
Temperaturen sollen ab Donnerstag langsam sinken

Die Aemet erwartet, dass die Hitzewelle ab Donnerstag allmählich nachlässt. Die Abkühlung wird jedoch zunächst nur leicht ausfallen. Die Höchsttemperaturen dürften vor allem im Landesinneren etwas sinken, bleiben aber auf den Inseln weiterhin hoch.
Auch am Donnerstag können in vielen Gebieten noch Werte um 30 °C erreicht werden. Die nördlichen Küstenbereiche werden voraussichtlich die kühlsten Zonen bleiben. Am Freitag dürfte der Temperaturrückgang deutlicher werden, sodass sich die Wetterlage wieder stärker an die für Juli üblichen sommerlichen Bedingungen annähert.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die Hitze vollständig verschwindet. Vielmehr dürften die extremen Werte der aktuellen Hitzewelle nach und nach durch normalere Sommertemperaturen ersetzt werden.
Waldbrandgefahr steigt durch Hitze und Trockenheit
Die hohen Temperaturen erhöhen auch die Sorge vor Waldbränden. Der Inselrat von Teneriffa hat seine außerordentlichen Präventionsmaßnahmen der Stufe 1 aktualisiert und auf die gesamte Risikozone ausgeweitet. Grund dafür ist die Entwicklung der Wetterbedingungen.
Im Rahmen dieser Maßnahmen ist es verboten, im Freien Feuer zu entzünden. Dazu gehören Lagerfeuer, Grillfeuer, Campingfeuer und Gaskocher. Auch das Rauchen ist in Erholungsgebieten, auf Campingplätzen, in Zeltlagern, auf Waldwegen, Wanderwegen, Straßen, Aussichtspunkten und anderen öffentlichen Einrichtungen innerhalb der Risikozone untersagt.
Ebenfalls verboten sind Feuerwerke sowie der Einsatz von Maschinen oder Werkzeugen, die Funken erzeugen können. Diese Einschränkungen sollen das Risiko von Bränden verringern, insbesondere in einer Situation mit hohen Temperaturen, trockener Vegetation und teilweise ungünstigen Windbedingungen.
La Gomera und El Hierro verschärfen ebenfalls die Vorsichtsmaßnahmen
Auch der Inselrat von La Gomera hat die Bevölkerung aufgefordert, während der Hitzewelle äußerste Vorsicht walten zu lassen. Jede Handlung, die einen Brand auslösen könnte, soll vermieden werden. Die Inselbehörden haben vorbeugende und einschränkende Maßnahmen für fast das gesamte Inselgebiet beschlossen.
Ausgenommen sind lediglich Gebiete im Norden der Gemeinden Agulo, Hermigua und Vallehermoso, die unterhalb von 400 Metern über dem Meeresspiegel liegen.
Zu den Maßnahmen gehört das Verbot, im Freien Feuer zu entzünden, darunter Lagerfeuer, Grillfeuer, Barbecues und Holzöfen. Auch Kochstellen in Wald- und Freizeitbereichen sind betroffen, wenn sie nicht über ausreichende Sicherheitsvorrichtungen wie Funkenfänger verfügen.

Darüber hinaus sind das Verbrennen von Pflanzen- oder Waldresten, der Einsatz funkenbildender Maschinen und Feuerwerksvorführungen in brandgefährdeten Gebieten untersagt.
Auf El Hierro hat der Inselrat aufgrund der Waldbrandgefahr den Insel-Notfallplan aktiviert. Dies führte zur Sperrung bestimmter Straßen, zu Verkehrsbeschränkungen und zur Schließung von Feuerstellen in Walderholungsgebieten, darunter Hoya de El Morcillo und Hoya de El Pino.
Auch das spanische Festland leidet unter extremer Hitze
Die Hitzewelle betrifft nicht nur die Kanarischen Inseln. Auch auf dem spanischen Festland wurden außergewöhnlich hohe Temperaturen registriert. In Serradilla in der Provinz Cáceres wurde am Montag mit 43,5 °C der höchste Wert des Landes gemessen.
Nach Angaben des Aemet-Sprechers Rubén del Campo werden sich die Höchsttemperaturen auf dem Festland voraussichtlich bis Donnerstag kaum verändern. Im Süden Spaniens sind Werte um 42 °C möglich, während Teile des Mittelmeerraums und des Landesinneren weiterhin sehr warme Nächte erleben werden.
Die starke Hitze dürfte in großen Teilen Spaniens fast die ganze Woche über anhalten. Für heute und morgen werden zwar nur geringe Niederschläge erwartet, doch die Bildung von Cumulonimbus-Wolken kann örtlich zu Schauern mit wenig Regen, aber Blitzaktivität führen. Dadurch kann die Waldbrandgefahr zusätzlich steigen.
Die Aemet erwartet außerdem, dass die Temperaturen in weiten Teilen der östlichen Halbinsel, auf den Balearen, im nördlichen Hochland sowie im Zentrum und Süden des Festlands 38 °C bis 40 °C überschreiten werden.
Insgesamt stehen die Kanarischen Inseln heute und morgen vor der intensivsten Phase der Hitzewelle. Die östlichen Inseln befinden sich unter Warnstufe Orange, die westlichen unter Warnstufe Gelb. Besonders belastend werden die sehr heißen Nächte, mögliche Werte von über 40 °C auf Gran Canaria und die erhöhte Waldbrandgefahr. Ab Donnerstag wird eine langsame Entspannung erwartet, die am Freitag deutlicher spürbar werden dürfte.






