Die Kanarischen Inseln erleben an diesem Montag die erste ausgeprägte Hitzewelle des Sommers. Die staatliche Wetterbehörde Aemet hat für fünf Inseln die Warnstufe Gelb aktiviert, da mehrere ungünstige Faktoren gleichzeitig auftreten: hohe Temperaturen, Kalima in höheren Lagen und starke Passatwinde mit sehr kräftigen Böen.
Betroffen sind Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, Lanzarote und El Hierro. Nach Angaben der Aemet wird die Wetterlage vor allem die Süd-, Ost- und Westhänge sowie mittlere Höhenlagen und das Becken von Tejeda betreffen. Dort können die Temperaturen deutlich ansteigen, während der Wind in exponierten Bereichen zusätzlich an Intensität gewinnt.
Die aktuelle Wetterlage steht im Zusammenhang mit dem Eintreffen einer heißen und trockenen Luftmasse. Sie sorgt dafür, dass die Temperaturen in mehreren Teilen des Archipels steigen, besonders in den mittleren Höhenlagen und in den von der direkten Passatwirkung weniger geschützten Gebieten. Gleichzeitig wird in höheren Lagen Kalima erwartet, also Schwebstaub aus der Sahara, der die Sicht beeinträchtigen und das Gefühl von Hitze und Trockenheit verstärken kann.
Obwohl die Warnstufe Gelb als niedrigste Warnstufe gilt und in der Regel keine Gefahr für die allgemeine Bevölkerung bedeutet, kann sie bestimmte Aktivitäten erschweren. Die Aemet weist darauf hin, dass die Wetterbedingungen vor allem bei Aktivitäten im Freien, bei Fahrten durch exponierte Gebiete sowie auf See problematisch werden können. Auch die Regierung der Kanarischen Inseln ruft Einwohner und Besucher zur Vorsicht auf, insbesondere bei Fahrten in Berg- und Waldgebieten.
Gran Canaria erwartet die höchsten Temperaturen

Der Schwerpunkt der Hitze liegt auf Gran Canaria. Dort können die Temperaturen in den Gipfelregionen sowie in den mittleren Höhenlagen des Südostens, Südens und Westens bis auf 35 °C steigen. In einzelnen Bereichen sind sogar Spitzenwerte von etwa 37 °C möglich.
Im übrigen Archipel wird ebenfalls mit einem leichten bis mäßigen Anstieg der Höchsttemperaturen gerechnet. Besonders deutlich dürfte dieser Anstieg in höher gelegenen Bereichen von Teneriffa, La Gomera, El Hierro und La Palma ausfallen. Dort können die Temperaturen verbreitet über 30 °C oder 32 °C liegen.
Die Hitze wird von Kalima begleitet, die sich vor allem in höheren Lagen bemerkbar machen dürfte. Der Schwebstaub wird voraussichtlich in der zweiten Tageshälfte stärker auftreten. Dadurch kann die Sicht örtlich eingeschränkt sein, während sich die Luft trockener und schwerer anfühlt.
In den Inselhauptstädten bleibt die Lage etwas milder. In Santa Cruz de Tenerife wird eine Höchsttemperatur von 30 °C erwartet. Las Palmas de Gran Canaria dürfte mit einer Höchsttemperatur von rund 25 °C deutlich moderater bleiben, da die tiefer gelegenen nördlichen Gebiete stärker unter dem Einfluss der Passatwinde stehen.
Passatwinde nehmen im Tagesverlauf deutlich zu

Neben der Hitze wird der Wind eines der bestimmenden Wetterelemente des Tages sein. Die Aemet erwartet mäßige bis starke Passatwinde, vor allem an den südöstlichen und nordwestlichen Hängen der bergigen Inseln.
Ab dem Nachmittag sind verbreitet Windböen von 70 bis 80 km/h möglich. In tiefer gelegenen Gebieten im Südosten und Westen von Gran Canaria sowie auf La Gomera können die Böen örtlich sogar bis zu 90 km/h erreichen.
Diese starken Winde können die Bedingungen in exponierten Bereichen deutlich erschweren, etwa auf Straßen, an Hängen und in offenen Landschaften. Auch in Waldgebieten ist besondere Vorsicht geboten, da die Kombination aus heißer, trockener Luft und starken Windböen das Risiko zusätzlich erhöhen kann.
Küstenwarnung ab 22:00 Uhr

Auch auf See wird sich die Wetterlage im Laufe des Tages verschlechtern. Die Aemet hat ab 22:00 Uhr eine Küstenwarnung für Teneriffa, Gran Canaria und El Hierro ausgegeben.
Erwartet werden Nordostwinde der Stärke 7 mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 61 km/h. Besonders betroffen sind der Norden von El Hierro sowie die Meerenge zwischen Teneriffa und Gran Canaria. Dort kann es zu starkem Seegang kommen, wodurch die Bedingungen für die Schifffahrt schwieriger und potenziell gefährlicher werden.
Insgesamt steht den Kanarischen Inseln ein anspruchsvoller Wettertag bevor. Hohe Temperaturen, Kalima, starke Passatwinde und ungünstige Seebedingungen treten gleichzeitig auf. Die Behörden empfehlen daher, unnötige Risiken zu vermeiden, Aktivitäten im Freien sorgfältig zu planen und in exponierten, bewaldeten oder küstennahen Gebieten besonders vorsichtig zu sein.






