Auf den Kanarischen Inseln wird der Sonntag von stärkeren Passatwinden, rauer See und gelben Warnungen auf Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera und El Hierro geprägt sein. Besonders betroffen sind exponierte Hänge, Berggipfel, die Kanäle zwischen den Inseln sowie Küstengebiete, die nach Norden und Nordosten ausgerichtet sind.
Das stabile Wetter, das in den vergangenen Tagen in Teilen des Archipels vorherrschte, wird am Sonntag einer deutlich unbeständigeren Wetterlage weichen. Nach Angaben der staatlichen Wetterbehörde Aemet verstärken sich die Passatwinde, wodurch es in mehreren Gebieten zu starken und vereinzelt sehr starken Böen kommen kann.
Gleichzeitig verschlechtern sich die Bedingungen auf See. Für vier Inseln wurden gelbe Warnungen ausgegeben: Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera und El Hierro. Dort werden die stärksten Winde und die schwierigsten Küstenbedingungen erwartet.
Das höchste Risiko konzentriert sich vor allem auf die frühen und späten Tagesstunden. Besonders aufmerksam sollten Einwohner und Besucher in exponierten Bereichen sein, also auf Bergstraßen, an Hängen, auf Gipfeln, in offenen Küstenzonen und in Gebieten, in denen das Gelände den Wind zusätzlich beschleunigen kann.
Obwohl viele Küstenabschnitte weiterhin relativ stabile Bedingungen und meist klaren Himmel erleben werden, wird die Lage im Landesinneren und in den Bergregionen anspruchsvoller. Aemet rät daher zu Vorsicht bei Aktivitäten im Freien, bei Fahrten auf exponierten Straßen sowie bei Boots- und Küstenaktivitäten.
Starke Passatwinde in den üblichen Beschleunigungszonen
Das wichtigste Wetterrisiko am Sonntag geht von den Passatwinden aus. Diese werden über dem Archipel deutlich zunehmen und besonders in den Kanälen zwischen den Inseln sowie in den typischen Windbeschleunigungszonen kräftig wehen.
Die stärksten Böen werden auf den Berggipfeln sowie an den Nordwest- und Südosthängen der Inseln mit höherem Relief erwartet. Diese Gebiete sind besonders anfällig, weil die Form der Inseln den Wind kanalisieren und lokal verstärken kann.
Sehr starke Böen sind vor allem auf Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera und El Hierro möglich. Dort können die Windverhältnisse zeitweise schwierig werden, besonders in Höhenlagen und an exponierten Hängen.
Mehr Bewölkung im Norden und möglicher Nieselregen

Der Wetterwechsel wird sich auch in der Bewölkung zeigen. An den Nordhängen der höher gelegenen Inseln nimmt die Wolkendecke zu. Die Wolkenuntergrenze wird voraussichtlich zwischen etwa 900 und 1.100 Metern liegen.
Aemet schließt gelegentlichen leichten Nieselregen nicht aus. Dieser dürfte vor allem in mittleren Höhenlagen an den nördlichen Küsten auftreten. Am wahrscheinlichsten sind schwache Schauer in den frühen Morgenstunden und erneut gegen Abend.
Trotzdem wird der Tag nicht durchgehend grau sein. Gegen Mittag und am Nachmittag dürfte die Sonne zeitweise durchbrechen, insbesondere in geschützteren Gebieten und abseits der Nordhänge.
Raue See und Vorsicht an der Küste
Die Seebedingungen gehören zu den wichtigsten Punkten der Vorhersage. Aemet warnt vor Nord- und Nordostwinden der Stärke 4 bis 6 in den Gewässern der Kanarischen Inseln.
Dadurch entstehen Bereiche mit rauer See, besonders in den Kanälen zwischen den Inseln und an exponierten Küstenabschnitten. Zusätzlich wird ein deutlicher Seegang aus Nordost oder Nordwest erwartet, mit Wellen zwischen einem und zwei Metern Höhe.
Boote, Schwimmer und Personen, die Aktivitäten an der Küste planen, sollten besonders vorsichtig sein. Kritischer können die Bedingungen in ungeschützten Bereichen im Norden und Nordosten werden, wo Wind und Wellengang zusammenkommen.
Temperaturen steigen auf den Gipfeln
Obwohl Wind und Seegang die wichtigsten Wetterfaktoren des Tages sein werden, verändern sich auch die Temperaturen leicht. Auf den Berggipfeln wird ein Anstieg der Höchsttemperaturen erwartet.
Auch die Tiefsttemperaturen können in mittleren Höhenlagen mit Süd- und Westausrichtung etwas steigen, besonders auf den zentralen Inseln. In den übrigen Gebieten bleiben die Temperaturen weitgehend stabil oder verändern sich nur geringfügig.
Teneriffa: Windgefahr an den Osthängen und im Nordwesten

Auf Teneriffa wird der Himmel insgesamt überwiegend klar sein. An den Nordhängen hält sich jedoch Bewölkung, und im Nordosten ist in den frühen Morgenstunden leichter Nieselregen möglich.
Vereinzelt können auch in südlichen und westlichen Gebieten am Morgen Schauer auftreten. Die Temperaturen steigen auf den Gipfeln und in den Tieflagen des Südens leicht an.
Die Passatwinde wehen zeitweise stark. Besonders betroffen sind die Osthänge, der äußerste Nordwesten und sehr lokal der südliche Rand des Ballungsraums. Dort besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für vereinzelte sehr starke Böen.
Im Westen der Insel werden dagegen eher leichtere Brisen erwartet. In den zentralen Gipfelbereichen weht schwacher Nordwind. In Santa Cruz de Tenerife liegen die Temperaturen zwischen 21 und 28 Grad.
Gran Canaria: Bewölkter Norden und sehr starke Passatwinde
Auf Gran Canaria wird der Himmel im Norden überwiegend bewölkt sein, während in den übrigen Teilen der Insel klarere Bedingungen erwartet werden.
Die Temperaturen steigen im Landesinneren. Auch die Mindestwerte im südlichen Mittelgebirge können etwas höher ausfallen.
Der Wind wird das wichtigste Wetterelement des Tages sein. An den Südost- und Nordwesthängen werden starke Passatwinde erwartet, mit möglichen sehr starken Böen. In Las Palmas de Gran Canaria liegen die Temperaturen voraussichtlich zwischen 19 und 23 Grad.
La Gomera: Sehr starke Böen an Hängen und Gipfeln
Auf La Gomera bleibt der Himmel überwiegend klar, allerdings wird sich an den Nordhängen Bewölkung bilden. Die Temperaturen ändern sich nur wenig, mit Ausnahme höherer Lagen, wo ein leichter Anstieg möglich ist. Die Passatwinde wehen zeitweise stark.
Sehr starke Böen sind vor allem an den Ost- und Nordwesthängen sowie auf exponierten Gipfeln wahrscheinlich. In San Sebastián de La Gomera liegen die Temperaturen zwischen 21 und 26 Grad.
El Hierro: Starker Wind im Osten und Nordwesten
Auf El Hierro wird der Himmel überwiegend klar sein, mit zeitweiser Bewölkung im Norden. Die Temperaturen bleiben allgemein stabil, können aber auf den Gipfeln etwas steigen. Die Passatwinde wehen besonders an den Osthängen und an der nordwestlichen Spitze der Insel stark.
Dort sind sehr intensive, aber eher kurzlebige Böen möglich. In Valverde bleibt es vergleichsweise kühl, mit Temperaturen zwischen 14 und 18 Grad.
La Palma: Nieselregen im Norden und Osten

La Palma gehört nicht zu den vier Inseln, für die die gelbe Warnung im Mittelpunkt steht, wird aber ebenfalls von der Passatwindlage beeinflusst.
Im Norden und Osten überwiegen zeitweise Wolkenfelder. Dort ist in den frühen und späten Tagesstunden leichter Nieselregen möglich. Auf den Gipfeln steigen die Temperaturen leicht an.
Der Nordostwind nimmt am Nachmittag zu. Sehr starke Böen können an den Südost- und Nordwesthängen auftreten. In Santa Cruz de La Palma werden Temperaturen zwischen 19 und 23 Grad erwartet.
Lanzarote und Fuerteventura: Klarer Himmel, aber stärkerer Wind
Auf Lanzarote und Fuerteventura wird der Himmel im Allgemeinen klar sein. Ausnahmen bilden der Norden und Westen von Lanzarote sowie die Westküste von Fuerteventura, wo sich tiefe Wolken bilden können.
Die Temperaturen bleiben weitgehend unverändert. Die Passatwinde nehmen jedoch zu und können lokal stark werden. In der südlichen Hälfte beider Inseln sind sehr starke Böen möglich.
In Arrecife werden Temperaturen zwischen 19 und 24 Grad erwartet. In Puerto del Rosario liegen die Werte voraussichtlich zwischen 19 und 25 Grad.
Ein Sonntag mit Wind, Wellen und Vorsicht
Insgesamt bringt der Sonntag den Kanarischen Inseln eine deutlich windigere Wetterlage. Die wichtigsten Faktoren sind stärkere Passatwinde, gelbe Warnungen auf Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera und El Hierro, rauere See und mehr Bewölkung im Norden der höheren Inseln.
Am stärksten betroffen sind exponierte Hänge, Berggipfel, Küstenabschnitte mit Nord- und Nordostausrichtung sowie die Kanäle zwischen den Inseln. Auch wenn der Himmel in vielen Teilen des Archipels meist klar bleibt, macht die Kombination aus starkem Wind und schwierigen Seebedingungen besondere Vorsicht erforderlich.






