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Ein gutes Gehalt reicht nicht mehr aus: Auf den Kanarischen Inseln sind mehr als 47.000 Euro Ersparnisse nötig, um eine Immobilie zu kaufen

Steigende Immobilienpreise, Hypothekenanforderungen und Kaufnebenkosten erschweren den Zugang zu Wohneigentum auf den Kanarischen Inseln zunehmend.

Der Kauf einer Immobilie auf den Kanarischen Inseln wird für viele Menschen immer schwieriger – selbst dann, wenn sie über ein stabiles Einkommen verfügen und grundsätzlich in der Lage wären, jeden Monat eine Hypothekenrate zu zahlen. Das zentrale Problem ist für viele potenzielle Käufer nicht mehr allein die laufende monatliche Belastung, sondern der hohe Betrag, der bereits vor dem eigentlichen Immobilienkauf angespart sein muss.


Nach Angaben von Qualis Credit Risk, die diese Woche veröffentlicht wurden, benötigen die Einwohner der Kanarischen Inseln derzeit durchschnittlich 47.143 Euro an Ersparnissen, um in Spanien eine Hypothek für den Kauf einer Immobilie aufnehmen zu können. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 7,45 %.

Damit zeigt sich deutlich, dass der Zugang zu Wohneigentum nicht nur von der Höhe des Gehalts abhängt. Wer eine Wohnung oder ein Haus kaufen möchte, muss zunächst genügend Eigenkapital angespart haben, um die Anzahlung sowie die mit dem Kauf verbundenen Steuern und Nebenkosten zu decken.

Fast identische Werte in beiden kanarischen Provinzen

Ein gutes Gehalt reicht nicht mehr aus: Auf den Kanarischen Inseln sind mehr als 47.000 Euro Ersparnisse nötig, um eine Immobilie zu kaufen

Nach Provinzen aufgeschlüsselt sind die Unterschiede innerhalb des Archipels gering. In der Provinz Las Palmas liegt der durchschnittliche Sparbetrag, der für den Erwerb einer Immobilie erforderlich ist, bei 47.249 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 7,46 % gegenüber dem Vorjahr.

In der Provinz Santa Cruz de Tenerife fällt der Betrag nur geringfügig niedriger aus. Dort benötigen Käufer im Durchschnitt 47.041 Euro an Ersparnissen, ebenfalls 7,46 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Diese Zahlen verdeutlichen den wachsenden Druck auf Haushalte auf den Kanarischen Inseln. Der Wohnungsmarkt des Archipels ist seit Jahren durch steigende Preise, ein begrenztes Angebot und zunehmend schwierige Bedingungen beim Zugang zu bezahlbarem Wohnraum geprägt. Besonders angespannt ist die Lage in Gebieten mit hoher touristischer und wirtschaftlicher Nachfrage, etwa im Süden Teneriffas, wo der Mangel an verfügbarem Wohnraum und stark gestiegene Mieten bereits dazu geführt haben, dass einige Arbeitnehmer in Wohnmobilen leben müssen.

Spanienweiter Durchschnitt liegt bei über 48.000 Euro

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Auch im spanienweiten Vergleich ist der erforderliche Anfangsbetrag hoch. Laut der Studie von Qualis Credit Risk benötigen Käufer in Spanien mittlerweile im Durchschnitt 48.031 Euro, um den Kauf einer Immobilie mit einer Hypothek finanzieren zu können. Das sind 9 % mehr als im Vorjahr.

In der Praxis bedeutet dies, dass Käufer bereits etwa 27 % des gesamten Kaufpreises angespart haben müssen, bevor sie den Erwerb abschließen können. Dieser Anteil umfasst zum einen den Teil des Immobilienpreises, der üblicherweise nicht durch die Hypothek finanziert wird, und zum anderen die zusätzlichen Kosten, die beim Kauf entstehen.

Banken und andere Finanzinstitute finanzieren in der Regel bis zu 80 % des Immobilienwertes. Die verbleibenden 20 % müssen Käufer daher aus eigenen Mitteln aufbringen. Hinzu kommen jedoch weitere Ausgaben wie Steuern, Notargebühren, Eintragungskosten und Verwaltungsgebühren, die den notwendigen Sparbetrag zusätzlich erhöhen.

Balearen und Madrid mit den höchsten Anforderungen

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Noch schwieriger ist der Zugang zu Wohneigentum in einigen der teuersten Immobilienmärkte Spaniens. Auf den Balearen benötigen Käufer laut der Studie durchschnittlich 87.126 Euro an Ersparnissen, um eine Immobilie erwerben zu können. Das entspricht einem Anstieg von 10,6 % im Vergleich zum Vorjahr.

In Madrid liegt der erforderliche Anfangsbetrag bei 82.952 Euro. Dort ist der notwendige Sparbetrag innerhalb eines Jahres sogar um 12 % gestiegen. Beide Regionen liegen damit deutlich über dem spanischen Durchschnitt und machen besonders sichtbar, wie stark die Kluft zwischen Immobilienpreisen und der tatsächlichen Sparfähigkeit vieler Haushalte gewachsen ist.

Am unteren Ende der Rangliste stehen hingegen Provinzen, in denen der Einstieg in den Immobilienmarkt deutlich weniger Eigenkapital erfordert. In Ciudad Real benötigen Käufer im Durchschnitt 19.803 Euro an Ersparnissen, in Jaén sind es 20.086 Euro und in Zamora 21.621 Euro.

Bis zu 31 % der Ersparnisse gehen für Steuern und Nebenkosten drauf

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Ein zentraler Punkt der Studie ist, dass ein erheblicher Teil des notwendigen Anfangskapitals nicht direkt in den Kaufpreis der Immobilie fliesst. Nach Angaben von Qualis Credit Risk werden in vielen Regionen Spaniens zwischen 30 % und 31 % der erforderlichen Ersparnisse für Steuern und Transaktionskosten aufgewendet.

Dazu gehören unter anderem die Grunderwerbsteuer, Notargebühren, Kosten für die Eintragung ins Grundbuch sowie weitere Verwaltungs- und Abwicklungskosten. Für Käufer bedeutet das, dass sie nicht nur den Eigenanteil am Immobilienpreis aufbringen müssen, sondern zusätzlich mehrere Tausend Euro für Ausgaben benötigen, die mit dem Erwerb verbunden sind, ohne den eigentlichen Wert der Immobilie zu erhöhen.

Dadurch geraten viele Menschen in eine schwierige Lage: Sie könnten die monatliche Hypothekenrate zwar bezahlen, verfügen aber nicht über genügend Ersparnisse, um die Hürde der Anfangskosten zu überwinden.

„Es gibt Tausende potenzieller Käufer, die zwar finanziell in der Lage sind, die Kreditraten zu bezahlen, aber nicht über ausreichende Ersparnisse verfügen, um die Anzahlung zu leisten“, sagte Mariola Municio, Leiterin der Kundenbetreuung bei Qualis Credit Risk.

Zugang zu Hypotheken bleibt eines der grössten Hindernisse

Ein gutes Gehalt reicht nicht mehr aus: Auf den Kanarischen Inseln sind mehr als 47.000 Euro Ersparnisse nötig, um eine Immobilie zu kaufen

Qualis Credit Risk weist darauf hin, dass es angesichts dieser Entwicklung notwendig sei, den Zugang zu Hypothekarkrediten zu erleichtern. Dies gelte besonders in einem gesellschaftlichen Kontext, in dem das durchschnittliche Alter, in dem junge Menschen das Elternhaus verlassen, in Spanien weiterhin hoch ist.

Nach Einschätzung des Unternehmens ist die Schwierigkeit, das erforderliche Anfangskapital anzusparen, eines der wichtigsten Hindernisse beim Erwerb von Wohneigentum. Während die monatliche Belastung für viele Haushalte tragbar sein könnte, stellt das Ansparen von mehreren Zehntausend Euro im Voraus eine deutlich grössere Herausforderung dar – vor allem in einer Zeit, in der Mieten, Lebenshaltungskosten und Immobilienpreise gleichzeitig steigen.

Die Studie von Qualis Credit Risk basiert auf Daten des Ministeriums für Wohnungswesen zum durchschnittlichen Quadratmeterpreis im vierten Quartal 2025. Als Referenzmodell wurde eine typische 80 Quadratmeter grosse Gebrauchtimmobilie herangezogen.


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