Die Evakuierung der Passagiere vom Kreuzfahrtschiff MV Hondius, das von einem Hantavirus-Ausbruch betroffen ist, befindet sich in ihrer entscheidenden Schlussphase. Gleichzeitig sorgen neu bestätigte Infektionen unter bereits repatriierten Reisenden für erhöhte Aufmerksamkeit bei den Gesundheitsbehörden und unterstreichen, dass die Lage trotz des geordneten Ablaufs weiterhin sorgfältig überwacht werden muss.
Die spanischen Behörden gehen davon aus, dass das Schiff im Laufe des Montagnachmittags auslaufen kann, sobald alle geplanten Rückführungen abgeschlossen sind. Anschließend wird die MV Hondius Kurs auf die Niederlande nehmen, wo sie im Hafen von Rotterdam vollständig dekontaminiert und gereinigt werden soll.
Letzte Ausschiffungen und koordinierte Rückführungen
Zu den letzten Gruppen, die das Schiff am Sonntag verlassen haben, gehörten 17 US-amerikanische Staatsbürger sowie ein in den Vereinigten Staaten lebender britischer Staatsangehöriger. Sie wurden unter strengen Sicherheits- und Gesundheitsvorkehrungen direkt zum Flughafen Teneriffa Süd transportiert, von wo aus sie ihre Heimreise noch am selben Tag antreten sollten.
Nach Angaben der Gesundheitsministerin Mónica García haben insgesamt 94 Passagiere aus 19 verschiedenen Ländern das Schiff verlassen. Die Rückführung erfolgte über mehrere international koordinierte Flüge, bei denen die Reisenden entsprechend ihrer Staatsangehörigkeit auf unterschiedliche Verbindungen verteilt wurden. Während sieben Flüge Passagiere aus acht Ländern transportierten, brachte ein weiterer Flug in die Niederlande Personen aus bis zu elf verschiedenen Nationen.

Trotz der logistischen Komplexität betonten die Behörden, dass die gesamte Operation unter strengen Sicherheitsstandards und ohne größere Zwischenfälle durchgeführt worden sei.
Neue Infektionen bei Rückkehrern
Parallel zur Evakuierung wurden jedoch neue Infektionen gemeldet. Gesundheitsbehörden in den Vereinigten Staaten bestätigten, dass einer der repatriierten Passagiere im PCR-Test „leicht positiv“ auf den Anden-Stamm des Hantavirus getestet wurde. Eine weitere Person aus derselben Gruppe zeigt milde Symptome, die mit der Erkrankung vereinbar sind.
Beide Betroffenen befinden sich derzeit auf dem Rückflug in die USA und werden vorsorglich in speziellen Bio-Containment-Einheiten transportiert, um ein mögliches Übertragungsrisiko auszuschließen.
Auch aus Frankreich wurde ein bestätigter Fall gemeldet. Eine Passagierin, die gemeinsam mit vier weiteren französischen Staatsbürgern nach Paris ausgeflogen worden war, entwickelte während des Fluges Symptome und wurde anschließend positiv getestet. Die französische Gesundheitsministerin Stéphanie Rist gab bekannt, dass 22 enge Kontaktpersonen identifiziert wurden und sich nun in Isolation befinden.
Fortlaufende Operation und geplante Abfahrt

Während die letzten Evakuierungen vorbereitet werden, sind für den Montagnachmittag weitere Flüge vorgesehen, darunter eine Verbindung nach Australien mit sechs Passagieren sowie ein Flug in die Niederlande mit 18 Personen. Nach Abschluss dieser Transfers wird sich nur noch eine begrenzte Anzahl von Menschen an Bord befinden, hauptsächlich Mitglieder der Besatzung.
Gleichzeitig laufen an Bord die letzten logistischen Vorbereitungen: Die Betankung beginnt am frühen Morgen, gefolgt von der Versorgung des Schiffes, um die geplante Abfahrt zu ermöglichen. Nach Angaben der Generalsekretärin für Zivilschutz und Notfälle, Virginia Barcones, sollen die letzten Ausschiffungen zwischen 17:00 und 18:30 Uhr stattfinden. Die Abfahrt des Schiffes ist gegen 19:00 Uhr vorgesehen.
Eine kontrollierte, aber weiterhin dynamische Lage
Obwohl die Evakuierung bislang weitgehend reibungslos verlaufen ist, zeigen die neu bestätigten Fälle, dass der Umgang mit dem Ausbruch weiterhin mit Unsicherheiten verbunden ist. Die Behörden betonen daher die Bedeutung fortlaufender Überwachung, konsequenter Isolationsmaßnahmen und enger internationaler Zusammenarbeit, um eine mögliche Weiterverbreitung des Virus zu verhindern.
Mit dem Abschluss der Evakuierung nähert sich eine der komplexesten gesundheitlichen und logistischen Operationen der letzten Jahre ihrem Ende – ein Einsatz, der nur durch präzise Planung und koordinierte internationale Zusammenarbeit umgesetzt werden konnte.






