Die kanarische Regierung verfolgt im Umgang mit dem von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Expeditionskreuzfahrtschiff MV Hondius eine klare und konsequente Linie: Eine Ausschiffung der Passagiere wird erst dann erfolgen, wenn sämtliche Evakuierungsmaßnahmen vollständig vorbereitet und abgesichert sind.
Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, machte deutlich, dass der Schutz der öffentlichen Gesundheit oberste Priorität habe. In diesem Zusammenhang betonte er, dass kein Passagier das Schiff verlassen werde, solange sich das Evakuierungsflugzeug nicht bereits einsatzbereit auf der Landebahn befindet. Ziel sei es, jegliche Risiken durch unnötige Kontakte oder Aufenthalte an Land auf ein Minimum zu reduzieren.
Diese Aussagen tätigte Clavijo im Rahmen eines Pressetermins bei der Einweihung eines Gesundheitszentrums in Barroso (La Orotava). Dort hob er hervor, dass eine präzise und eng abgestimmte Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden entscheidend sei, um einen sicheren und reibungslosen Ablauf der Evakuierung zu gewährleisten.
Streng durchgetaktete Evakuierungslogistik
Nach den derzeitigen Planungen wird das Schiff nicht im Hafen anlegen, sondern vor der Küste von Granadilla vor Anker bleiben. Die Evakuierten sollen unter kontrollierten Bedingungen vom Schiff an Land gebracht und unmittelbar weitertransportiert werden. Vorgesehen ist ein direkter Transfer vom Kai zum Flughafen, ohne Zwischenstopps oder Verzögerungen.

Besonderes Augenmerk liegt darauf, die Abläufe so effizient wie möglich zu gestalten: Die Transportfahrzeuge sollen direkt bis an die Flugzeugtreppe fahren, sodass die Passagiere ohne Umwege an Bord gehen können. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass sich die Zeit, die die Betroffenen auf den Kanarischen Inseln verbringen, auf wenige Minuten beschränkt.
Clavijo unterstrich, dass diese Vorgehensweise maximale Sicherheit gewährleiste und gleichzeitig eine klare Kontrolle über alle Schritte des Prozesses ermögliche.
Offene Fragen zur Weiterfahrt des Schiffes
Während die Evakuierung der Passagiere weitgehend im Fokus steht, bleibt die Zukunft der MV Hondius selbst noch ungewiss. Der Präsident räumte ein, dass derzeit nicht abschließend geklärt sei, ob das Schiff nach Abschluss der Evakuierung unmittelbar Kurs auf die Niederlande nehmen kann.
Diese Entscheidung hängt maßgeblich vom Gesundheitszustand der Besatzung ab. Sollten keine weiteren Infektionen festgestellt werden, sieht die Regionalregierung keinen Grund, das Schiff länger in den Gewässern vor den Kanarischen Inseln zu halten. Eine endgültige Bestätigung steht jedoch noch aus.
Komplexe internationale Abstimmung
Die Situation wird zusätzlich durch die internationale Zusammensetzung der Passagiere erschwert. Zwar hat Spanien bereits ein Militärflugzeug für die Evakuierung seiner 14 Staatsangehörigen organisiert, doch befinden sich an Bord Menschen aus zahlreichen weiteren Ländern.

Nach Angaben der Regionalregierung könnten bis zu 23 Nationalitäten vertreten sein, oftmals mit nur wenigen Personen pro Land. Die Kanarischen Inseln warten daher auf konkrete Informationen darüber, wie andere Staaten die Rückführung ihrer Bürger organisieren wollen. Verzögerungen durch mangelnde Abstimmung sollen unter allen Umständen vermieden werden.
Vorbereitung auf alle Eventualitäten
Parallel dazu laufen umfangreiche Vorbereitungen, um mögliche medizinische oder logistische Komplikationen während der Evakuierung bewältigen zu können. Die Gesundheitsdienste stehen in erhöhter Bereitschaft, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.
Trotz der laufenden Kritik an der Entscheidung der Zentralregierung, das Schiff in Richtung Kanarische Inseln zu lenken, betonte Clavijo, dass der Fokus nun auf einer effizienten und sicheren Umsetzung der Maßnahmen liege.
Die Behörden arbeiten daher mit Hochdruck daran, einen streng kontrollierten Ablauf zu gewährleisten, der sowohl den Schutz der Bevölkerung sicherstellt als auch eine schnelle und geordnete Evakuierung der Passagiere ermöglicht.






