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Teneriffa verzeichnet die geringste Anzahl an Blauen Flaggen seit sieben Jahren

Der Rückgang hebt sich deutlich vom positiven Trend im restlichen Archipel ab und wirft Fragen zur künftigen Entwicklung der Küstenqualität auf.

Die Insel hat im Jahr 2026 einen spürbaren Dämpfer in ihrer Küstenbilanz hinnehmen müssen. Nach dem Verlust einer Blauen Flagge ist die Gesamtzahl der ausgezeichneten Strände auf elf gesunken – der niedrigste Stand seit 2019. Besonders ins Gewicht fällt dabei die Aberkennung der Auszeichnung für den Strand von Los Cristianos, der damit nicht länger Teil des international anerkannten Qualitätssiegels ist.


Das Programm „Blaue Flagge“, das in Spanien von der Association for Environmental and Consumer Education (Adeac) koordiniert wird, zählt zu den wichtigsten internationalen Referenzsystemen für die Bewertung von Stränden und Yachthäfen. Es basiert auf strengen Kriterien, die unter anderem Wasserqualität, Sicherheitsstandards, Umweltmanagement sowie Infrastruktur und Serviceangebote umfassen.

Während die Kanarischen Inseln insgesamt von einem positiven Trend profitieren und 2026 auf 52 ausgezeichnete Strände kommen – fünf mehr als im Vorjahr –, bildet Teneriffa die einzige Ausnahme mit einem Rückgang.

Rückschritt nach einem Höchststand

Teneriffa verzeichnet die geringste Anzahl an Blauen Flaggen seit sieben Jahren

Der Rückgang von zwölf Blauen Flaggen im Jahr 2025 auf elf im Jahr 2026 mag auf den ersten Blick gering erscheinen, ist jedoch Teil einer breiteren Entwicklung. Noch im Jahr 2024 erreichte Teneriffa mit sechzehn Auszeichnungen den besten Wert des Jahrzehnts. Seither ist eine kontinuierliche Abnahme zu beobachten, die auf den Verlust mehrerer bedeutender Standorte zurückzuführen ist.

Neben Los Cristianos haben in den vergangenen Jahren auch Strände wie Fañabé, El Muelle de Garachico sowie die Naturbecken von El Caletón ihre Auszeichnung verloren. Diese Entwicklung zeigt insbesondere im Süden der Insel Wirkung, wo sich der touristische Schwerpunkt befindet und die Anforderungen an Qualität und Infrastruktur besonders hoch sind.

Los Cristianos: kein Einzelfall

Die Aberkennung der Blauen Flagge für Los Cristianos ist kein einmaliges Ereignis. Der Strand hatte die Auszeichnung in den vergangenen vier Jahren ununterbrochen getragen, verliert sie nun jedoch bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahrzehnts. Bereits 2019 wurde ihm die Blaue Flagge entzogen, und erst drei Jahre später – im Jahr 2022 – konnte sie wiedererlangt werden.

Teneriffa verzeichnet die geringste Anzahl an Blauen Flaggen seit sieben Jahren

Für die Gemeinde Arona hat dies unmittelbare Konsequenzen: Im Jahr 2026 bleibt mit Las Vistas nur noch ein Strand mit Blauer Flagge übrig. Dies steht in deutlichem Gegensatz zur Situation im Jahr 2024, als Arona noch drei ausgezeichnete Strände vorweisen konnte – El Camisón, Las Vistas und Los Cristianos.

Der Süden verliert an Gewicht

Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang im Süden Teneriffas, der traditionell als touristisches Aushängeschild der Insel gilt. Gemeinden wie Arona und Adeje, die über eine hohe Dichte an Hotelanlagen und touristischer Infrastruktur verfügen, kommen zusammen nur noch auf drei ausgezeichnete Strände: El Duque, Torviscas und Las Vistas.

Im Vergleich zu 2024 bedeutet dies eine Halbierung der Auszeichnungen innerhalb von nur zwei Jahren. Damals verfügten dieselben Gemeinden noch über insgesamt sechs Blaue Flaggen. Ein Blick weiter zurück verdeutlicht die Dimension des Wandels: Adeje allein zählte im Jahr 2021 noch vier ausgezeichnete Strände, darunter La Enramada sowie Troya I und II. Auch Strände wie El Médano in der Gemeinde Granadilla de Abona waren früher Teil des Programms, zuletzt im Jahr 2017.

Leichte Erholung bei Yachthäfen

Teneriffa verzeichnet die geringste Anzahl an Blauen Flaggen seit sieben Jahren

Während die Entwicklung bei den Stränden rückläufig ist, gibt es im Bereich der Yachthäfen einen positiven Impuls. Der Hafen von Garachico wurde 2026 erstmals mit der Blauen Flagge ausgezeichnet und ergänzt damit das Angebot auf Teneriffa. Neben ihm trägt weiterhin der Real Club Náutico de Santa Cruz diese Auszeichnung, die er seit 2013 ohne Unterbrechung hält.

Insgesamt ist bei den Yachthäfen auf den Kanarischen Inseln ein deutlicher Aufwärtstrend zu beobachten: Zehn Häfen wurden 2026 ausgezeichnet – sechs mehr als im Vorjahr. Neue Standorte finden sich auf mehreren Inseln, darunter Lanzarote, Gran Canaria, Fuerteventura sowie erstmals auch La Graciosa.

Positive Entwicklung im Archipel

Trotz des Rückgangs auf Teneriffa zeigt sich auf regionaler Ebene ein insgesamt positives Bild. Die Verteilung der Blauen Flaggen im Jahr 2026 unterstreicht die Stärke des Archipels:

  • Lanzarote: 6 Strände
  • Fuerteventura: 11
  • Gran Canaria: 15
  • Teneriffa: 11
  • La Palma: 6
  • El Hierro: 2
  • La Gomera: 1

Mehrere Strände auf Lanzarote und Fuerteventura konnten ihre Auszeichnung zurückgewinnen, während Gran Canaria mit dem Strand Las Burras eine zusätzliche Blaue Flagge erhalten hat.

Spanien bleibt weltweit führend

Teneriffa verzeichnet die geringste Anzahl an Blauen Flaggen seit sieben Jahren

Auch auf nationaler Ebene setzt sich der positive Trend fort. Spanien behauptet seine Spitzenposition im internationalen Vergleich und erreicht 2026 insgesamt 794 Blaue Flaggen – ein Zuwachs von 44 gegenüber dem Vorjahr. Damit entfallen rund 15 % aller weltweit vergebenen Auszeichnungen auf spanische Küsten, was die Bedeutung des Landes als Referenz für Qualität und Nachhaltigkeit unterstreicht.

Ein Signal für zukünftige Strategien

Vor dem Hintergrund dieses allgemeinen Wachstums fällt der Rückgang auf Teneriffa besonders ins Gewicht. Für eine Insel, deren wirtschaftliche Stärke eng mit ihrem Küstentourismus verknüpft ist, stellt die sinkende Zahl an Auszeichnungen ein deutliches Warnsignal dar. Insbesondere in den stark frequentierten südlichen Regionen wird es entscheidend sein, die Qualitätsstandards zu sichern und weiterzuentwickeln, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und den Anforderungen internationaler Umweltzertifizierungen gerecht zu werden.


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