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Kanarische Inseln vor längeren und häufigeren Hitzewellen: Extreme Hitze könnte bis zu 10 Tage anhalten

Hitzewellen könnten auf den Kanarischen Inseln künftig deutlich häufiger auftreten und sich über längere Zeiträume mit intensiveren Temperaturen erstrecken.

Die Kanarischen Inseln stehen laut aktuellen Klimaprognosen vor einer deutlichen Verschärfung extremer Hitzeereignisse. Experten gehen davon aus, dass zukünftige Sommer von längeren, häufigeren und intensiveren Hitzewellen geprägt sein werden – mit möglichen Hitzeperioden von bis zu zehn aufeinanderfolgenden Tagen. Grundlage dieser Einschätzung ist eine umfassende Studie unter der Leitung der Universität La Laguna, die einen klaren langfristigen Erwärmungstrend für den gesamten Archipel aufzeigt.


Langfristige Analyse zeigt deutlichen Klimawandel

Die Untersuchung kombiniert historische Klimadaten aus dem Zeitraum 1985 bis 2014 mit Projektionen bis zum Jahr 2100. Mithilfe der sogenannten FICLIMA-Methode – einer statistischen Technik zur regionalen Verfeinerung globaler Klimamodelle – konnten detaillierte Szenarien für die Entwicklung von Hitzewellen auf den Inseln erstellt werden.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass extreme Hitzeereignisse im Laufe des Jahrhunderts nicht nur häufiger auftreten, sondern auch länger andauern und intensiver ausfallen werden. Dabei unterscheiden sich die Auswirkungen je nach Insel deutlich, was auf die komplexe Topografie und die lokalen klimatischen Bedingungen zurückzuführen ist.

Hitzewellen werden deutlich länger und häufiger

Kanarische Inseln vor längeren und häufigeren Hitzewellen: Extreme Hitze könnte bis zu 10 Tage anhalten

Nach Definition der Staatlichen Meteorologischen Agentur (AEMET) handelt es sich bei einer Hitzewelle um einen Zeitraum von mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen mit außergewöhnlich hohen Temperaturen. Bereits in den vergangenen Jahrzehnten hat sich gezeigt, dass solche Ereignisse sowohl auf dem spanischen Festland als auch auf den Kanaren zunehmen – ein Trend, der eng mit dem globalen Klimawandel verknüpft ist.

Die neuen Prognosen gehen jedoch deutlich weiter: Während Hitzewellen aktuell im Durchschnitt etwa 4,4 bis 5,5 Tage andauern, könnten sie in Zukunft in extremen Fällen bis zu zehn Tage erreichen. In besonders ungünstigen Szenarien könnten einzelne Inseln sogar mehr als 60 Tage pro Jahr von solchen Hitzeperioden betroffen sein.

Östliche Inseln besonders stark betroffen

Die Studie zeigt, dass insbesondere die östlichen Inseln – allen voran Fuerteventura – mit einem besonders starken Anstieg der Hitzewellen rechnen müssen. In pessimistischen Szenarien könnten dort jährlich bis zu 6,5 zusätzliche Hitzeereignisse auftreten.

Derzeit liegt die durchschnittliche Häufigkeit von Hitzewellen auf den Kanarischen Inseln noch bei weniger als einem Ereignis pro Jahr. Die prognostizierte Entwicklung deutet jedoch auf einen grundlegenden Wandel hin, bei dem extreme Hitze zu einem festen Bestandteil der Sommermonate werden könnte.

Geografische Lage verstärkt die Anfälligkeit

Kanarische Inseln vor längeren und häufigeren Hitzewellen: Extreme Hitze könnte bis zu 10 Tage anhalten

Ein entscheidender Faktor für diese Entwicklung ist die besondere geografische Lage der Kanarischen Inseln. Der Archipel liegt an der Schnittstelle zwischen gemäßigten und subtropischen Klimazonen und ist daher besonders anfällig für das Eindringen heißer Luftmassen aus Afrika, insbesondere aus der Sahara.

Hinzu kommen die komplexe Inseltopografie sowie der Einfluss des Kanarischen Kaltstroms, die gemeinsam bestimmen, wie sich Hitzeereignisse räumlich verteilen und wie lange sie anhalten. In bestimmten Regionen können diese Faktoren dazu führen, dass sich die Temperaturen zusätzlich verstärken, etwa durch atmosphärische Phänomene wie Temperaturinversionen.

Intensivere Spitzenwerte und wachsende Auswirkungen

Auch wenn die durchschnittlichen Temperaturen während Hitzewellen nicht drastisch steigen dürften, rechnen die Forscher mit deutlich höheren Spitzenwerten. Besonders auf den westlichen Inseln wie La Palma und El Hierro könnten die Maximaltemperaturen um bis zu 1,4 °C zunehmen.

Kanarische Inseln vor längeren und häufigeren Hitzewellen: Extreme Hitze könnte bis zu 10 Tage anhalten

Die Folgen dieser Entwicklung gehen weit über meteorologische Aspekte hinaus. Längere und intensivere Hitzeperioden stellen ein wachsendes Risiko für die öffentliche Gesundheit dar, erhöhen den Druck auf die Wasserressourcen und können erhebliche Auswirkungen auf zentrale Wirtschaftsbereiche wie Tourismus und Landwirtschaft haben.

Dringender Bedarf an Anpassungsstrategien

Die Autoren der Studie betonen, dass die prognostizierte Entwicklung eine ernsthafte Herausforderung für die Zukunft der Kanarischen Inseln darstellt. Um den Auswirkungen entgegenzuwirken, seien gezielte Anpassungsmaßnahmen erforderlich – darunter eine nachhaltigere Stadtplanung, effizientere Nutzung von Wasserressourcen sowie Schutzkonzepte für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen.

Die Untersuchung ist Teil des europäischen Projekts ARSINOE, das darauf abzielt, innovative Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel auf regionaler Ebene zu entwickeln. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Kanarischen Inseln in eine Phase zunehmenden klimatischen Drucks eintreten – und dass vorausschauende Planung entscheidend sein wird, um die Folgen extremer Hitze langfristig zu bewältigen.


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