Der Immobilienmarkt auf den Kanarischen Inseln bleibt von einem deutlichen Aufwärtstrend geprägt. Nach den neuesten Daten des Immobilienportals Fotocasa sind die Preise für Gebrauchtimmobilien im April im Vergleich zum Vorjahr um 18,6 % gestiegen. Damit zählt der Archipel zu den Regionen mit den stärksten Preiszuwächsen in Spanien und spiegelt zugleich eine landesweite Entwicklung wider, die durch eine anhaltend hohe Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot gekennzeichnet ist.
Landesweit überschreiten die Preise eine neue Schwelle
Auch auf nationaler Ebene setzt sich der Preisanstieg unvermindert fort. Laut dem Immobilienindex von Fotocasa sind die Preise für Gebrauchtwohnungen im Vergleich zum Vormonat um 2,5 % gestiegen und liegen im Jahresvergleich sogar 21,9 % höher. Damit wurde erstmals die Marke von 3.000 Euro pro Quadratmeter überschritten.
Diese Dynamik hat dazu geführt, dass der durchschnittliche Preis einer typischen Immobilie in Spanien im April auf 247.082 Euro angestiegen ist. Innerhalb eines Jahres verteuerte sich eine 80 Quadratmeter große Wohnung um 44.389 Euro – von 202.694 Euro auf den aktuellen Durchschnittswert.
María Matos, Forschungsleiterin und Sprecherin von Fotocasa, beschreibt die aktuelle Marktlage als eine Phase „maximaler Spannung“. Sie weist darauf hin, dass es sich um den stärksten Anstieg im Jahresvergleich in der gesamten Zeitreihe handelt. Gleichzeitig bleibe die Nachfrage der Käufer äußerst hoch, während das Angebot weiterhin nicht ausreiche, um diese Nachfrage zu decken.
Rekordwerte auch auf den Kanarischen Inseln
Neben dem deutlichen Wachstum erreichen die Kanarischen Inseln auch neue Höchststände beim Quadratmeterpreis. Im April lag dieser bei 3.441 Euro und markierte damit ein Allzeithoch für die Region.

Damit reiht sich der Archipel neben Regionen wie Andalusien (2.969 Euro), der Valencianischen Gemeinschaft (2.787 Euro) und Madrid (5.429 Euro) in die Gruppe der autonomen Gemeinschaften ein, die aktuell Rekordpreise verzeichnen.
Dennoch bleiben Madrid und die Balearen weiterhin die teuersten Regionen des Landes, mit Quadratmeterpreisen von 5.429 Euro beziehungsweise 5.352 Euro.
Preissteigerungen in nahezu allen Regionen und Provinzen
Der Aufwärtstrend ist flächendeckend in ganz Spanien zu beobachten. Alle 17 autonomen Gemeinschaften verzeichneten im April steigende Preise im Vergleich zum Vorjahr, wobei in 14 Regionen die Zuwächse über 10 % lagen.
Zu den Regionen mit den stärksten Anstiegen gehören:
- Region Murcia (+32,3 %)
- Asturien (+25,0 %)
- Andalusien (+23,0 %)
- Kantabrien (+23,0 %)
- Valencianische Gemeinschaft (+21,7 %)
- Kanarische Inseln (+18,6 %)
- Madrid und Kastilien-La Mancha (+17,4 %)
Auch auf Provinzebene zeigt sich ein nahezu flächendeckender Anstieg: 96 % der Provinzen meldeten höhere Preise als im Vorjahr. Besonders starke Zuwächse von über 20 % wurden unter anderem in Murcia, Ávila, Valencia, Asturien, A Coruña, Kantabrien und Guadalajara registriert. Lediglich Teruel und Cuenca verzeichneten einen leichten Rückgang.
Steigende Preise prägen auch den Markt in Madrid

Der Preisdruck ist besonders in großen Städten spürbar. In Madrid sind die Preise für Gebrauchtimmobilien in nahezu allen Bezirken gestiegen. Die stärksten Zuwächse wurden in Villa de Vallecas (+30,4 %), Villaverde (+29,6 %) und Usera (+26,1 %) verzeichnet, gefolgt von Carabanchel und Latina mit jeweils über 20 %.
In den gehobenen Stadtteilen bleibt das Preisniveau besonders hoch. So überschreiten mehrere Bezirke die Marke von 8.000 Euro pro Quadratmeter. An der Spitze steht Barrio de Salamanca mit 10.893 Euro, gefolgt von Chamberí (9.428 Euro), Retiro (8.756 Euro) und Chamartín (8.230 Euro).
Ein Markt unter anhaltendem Druck
Insgesamt zeigen die aktuellen Daten einen Immobilienmarkt, der weiterhin unter erheblichem Druck steht. Die Kombination aus hoher Nachfrage und begrenztem Angebot sorgt für eine anhaltende Dynamik steigender Preise.
Insbesondere die Kanarischen Inseln gehören zu den Regionen, in denen dieses Ungleichgewicht besonders ausgeprägt ist. Mit zunehmendem Wettbewerb um verfügbaren Wohnraum ist davon auszugehen, dass der Aufwärtsdruck auf die Preise in den kommenden Monaten bestehen bleibt.
Sollte sich das Angebot nicht deutlich ausweiten, dürfte diese Entwicklung die Struktur und Dynamik des Immobilienmarktes sowohl auf den Kanarischen Inseln als auch in ganz Spanien weiterhin maßgeblich prägen.






