Die Kanarischen Inseln stehen vor einem markanten Wetterumschwung, der eine Phase ausgeprägter Kontraste einleitet. Nach mehreren Tagen mit Kalima, steigenden Temperaturen und teils kräftigem Wind zeichnet sich nun eine deutlich dynamischere Entwicklung ab. Meteorologische Modelle zeigen, dass ab Donnerstag eine ausgeprägte Troglage in Verbindung mit einem Atlantiktief das Wettergeschehen im gesamten Archipel verändern wird.
Saharastaub trifft auf Gewitter: erhöhte Wahrscheinlichkeit für Schlammregen

Nach Einschätzung von Meteored wird weiterhin eine kräftige südliche Strömung in mittleren Atmosphärenschichten Staubpartikel aus Nordafrika in Richtung der Inseln transportieren. Diese Staubmassen treffen zeitgleich auf zunehmende konvektive Aktivität, was die Entstehung von sogenanntem Schlammregen begünstigt.
Das bedeutet, dass Niederschläge mit Staub vermischt sein können und sichtbare Rückstände auf Fahrzeugen, Fassaden und anderen Außenflächen hinterlassen. Besonders wahrscheinlich sind solche Ablagerungen ab den Mittagsstunden, wenn sich die Instabilität verstärkt und Gewitterzellen aktiver werden.
Höher gelegene Inseln besonders betroffen

Die Auswirkungen dieser Wetterlage werden regional unterschiedlich ausfallen. Besonders die gebirgigen Inseln – Teneriffa, La Palma, La Gomera und Gran Canaria – dürften stärker betroffen sein. Dort können sich hochreichende Gewitterwolken entwickeln, die lokal intensive, aber meist kurz anhaltende Niederschläge bringen.
Begleiterscheinungen wie Hagel und kräftige Windböen sind ebenfalls möglich. In exponierten Höhenlagen könnten Böen Geschwindigkeiten von über 70 km/h erreichen. Diese Bedingungen erhöhen das Risiko für Outdoor-Aktivitäten und erfordern besondere Vorsicht in bergigen Regionen.
Stationäre Troglage als treibende Kraft
Auslöser dieser Entwicklung ist eine westlich der Iberischen Halbinsel positionierte Tiefdruckrinne, die sich nur langsam verlagert. Diese nahezu stationäre Lage begünstigt das wiederholte Eintreffen von Instabilitätsimpulsen auf den Kanarischen Inseln.
In der Folge wird mit einer sehr ungleichmäßigen Verteilung der Niederschläge gerechnet. Während einige Regionen kaum Regen abbekommen, können andere innerhalb kurzer Zeit von intensiven Schauern betroffen sein. Dadurch steigt die Gefahr von lokalen Überschwemmungen sowie plötzlich anschwellenden Wasserläufen in Barrancos.
Zunehmende Gewittertätigkeit im Tagesverlauf

Ab Donnerstag nimmt die Wahrscheinlichkeit für stärkere Gewitter deutlich zu. Die mögliche Bildung eines isolierten Höhentiefs (DANA) innerhalb der Troglage könnte die Instabilität zusätzlich verstärken und die Entwicklung kräftiger Schauer begünstigen.
Typisch für diese Wetterlage ist ein Tagesverlauf mit relativ ruhigen, teils dunstigen Vormittagen, gefolgt von einer raschen Wolkenentwicklung ab Mittag. Die am Boden gespeicherte Wärme wirkt dabei als Auslöser für konvektive Prozesse, die am Nachmittag zu Gewittern führen können.
Beginn einer dynamischen Frühlingsphase
Mit dieser Entwicklung verabschieden sich die Kanarischen Inseln vorerst von den stabileren Wetterverhältnissen der vergangenen Tage. Stattdessen beginnt eine Phase, in der sich ruhige und stürmische Abschnitte rasch abwechseln können.
Diese Übergangsphase ist typisch für den Frühling, wenn sich die Atmosphäre neu organisiert und zunehmend energiegeladene Wetterlagen auftreten. Die zuständigen Dienste werden die Situation weiterhin genau verfolgen, da sich Intensität und räumliche Verteilung der Niederschläge in den kommenden Tagen noch verändern können.






