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Sturm „Therese“ hält die Kanarischen Inseln weiter in seinem Griff – AEMET erhöht Regenwarnung auf Orange

Starke Regenfälle und instabile Wetterbedingungen werden in den kommenden Stunden weiterhin mehrere Inseln betreffen.

Der Sturm „Therese“ bleibt weiterhin über den Kanarischen Inseln aktiv und sorgt für anhaltend unbeständige Wetterbedingungen. Angesichts der Entwicklung hat die staatliche Wetterbehörde AEMET die Regenwarnung in mehreren Regionen auf die Stufe Orange angehoben. Besonders betroffen sind die gebirgigen Inseln, wo weiterhin mit intensiven Niederschlägen und Gewittern gerechnet wird.


Anhaltender Starkregen und Gewitter

Nach Angaben von AEMET wurde die Warnstufe aufgrund des Risikos von lokal sehr starken und teils anhaltenden Regenfällen erhöht. Diese können von Gewittern und vereinzelt auch von Hagel begleitet sein. In einigen Gebieten werden Niederschlagsmengen von bis zu 30 Litern pro Quadratmeter erwartet, insbesondere auf Teneriffa, La Gomera und El Hierro, wo die Wetterlage besonders angespannt bleibt.

Auch wenn erste Modelle darauf hindeuten, dass sich der Sturm allmählich abschwächen könnte, wird das unbeständige Wetter voraussichtlich bis mindestens morgen anhalten. Eine spürbare Stabilisierung ist erst zwischen Mittwoch und Donnerstag zu erwarten, wenn die Passatwinde wieder die Wetterlage dominieren. Dennoch bleibt die Entwicklung unsicher.

Behörden rufen zur Vorsicht auf

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Risiken fordern die Behörden die Bevölkerung auf, besonders vorsichtig zu sein. Insbesondere wird empfohlen, Reisen in mittlere Höhenlagen und Gebirgsregionen zu vermeiden, da dort weiterhin eine erhöhte Gefahr von Erdrutschen und Steinschlägen besteht.

Zudem wird dazu geraten, sich von Barrancos und Flussbetten fernzuhalten, überflutete Straßen nicht zu überqueren und sämtliche Straßensperrungen sowie Sicherheitsanweisungen strikt zu beachten.

Auswirkungen auf Teneriffa

Auf Teneriffa haben die anhaltenden Niederschläge bereits deutliche Spuren hinterlassen. Besonders im Süden und Westen der Insel wurden starke Regenfälle registriert, während es in Regionen wie Anaga und im Norden zu heftigen Schauern mit Gewittern kam.

In den frühen Morgenstunden wurden in Izaña Windböen von bis zu 118 km/h gemessen, was in Teilen des Südwestens und Nordwestens zu Stromausfällen führte. Die Versorgung konnte inzwischen größtenteils wiederhergestellt werden.

Die Niederschlagsmengen waren stellenweise außergewöhnlich hoch, unter anderem in Cruz de Tea (276 l/m²), Vilaflor (212 l/m²), Trevejos (180 l/m²) und Santiago del Teide (153 l/m²). Küstenorte wie El Médano, Puertito de Adeje und Guía de Isora waren erneut von starkem Wellengang betroffen.

Der Zugang zu gefährdeten Gebieten bleibt weiterhin eingeschränkt. Die Straße TF-445 Richtung Punta de Teno ist aufgrund von Glätte gesperrt, und der Zugang zum Teide-Nationalpark, zu Wanderwegen sowie zu Hochgebirgsregionen ist untersagt. Notunterkünfte in Adeje, Puerto de la Cruz und Santa Cruz de Tenerife bieten derzeit rund 80 Personen Schutz.

Weitere Vorfälle auf den Inseln

Auf La Gomera hat der Sturm besonders schwerwiegende Folgen gezeigt. In der Gemeinde Vallehermoso wurden 15 Bewohner der Ortsteile Erque und Erquito von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem der Einsturz einer Stützmauer ein großes Loch in der Zufahrtsstraße verursacht hatte. Während die meisten Betroffenen in ihren Häusern bleiben, sollen drei Personen per Hubschrauber evakuiert werden. Die Straße bleibt gesperrt.

Zudem kam es auf der Insel zu mehreren Erdrutschen, insbesondere entlang der Straßen GM-1, GM-2 und GM-3 sowie der weiterhin gesperrten CV-14 (El Rejo).

Sturm Therese hält die Kanarischen Inseln weiter in seinem Griff – AEMET erhöht Regenwarnung auf Orange

Auf La Palma waren die Niederschläge bislang weniger intensiv und eher lokal begrenzt, vor allem im Bereich der Caldera de Taburiente. Dennoch besteht weiterhin Gefahr durch Steinschlag und herabfallende Äste. In Tazacorte wurden mehrere Fahrzeuge durch herabfallende Felsen beschädigt.

Auf Gran Canaria sorgen die anhaltenden Regenfälle dafür, dass Barrancos und Wasserläufe stark angeschwollen bleiben. Derzeit lassen mindestens zehn Stauseen Wasser ab. Besonders kritisch ist die Lage in der Agaete-Schlucht, wo fünf Personen evakuiert wurden, sowie in der Arguineguín-Schlucht, wo rund 60 Menschen weiterhin abgeschnitten sind. Mehrere Straßen bleiben gesperrt.

Auf El Hierro sind bislang keine größeren Zwischenfälle gemeldet worden, die Situation wird jedoch weiterhin aufmerksam beobachtet.

Langsame Entspannung ab Mitte der Woche

Auch wenn der Sturm in den kommenden Tagen voraussichtlich an Intensität verliert, bleibt die Lage kurzfristig angespannt. Die Behörden warnen, dass starke Regenfälle und instabile Böden weiterhin ein erhebliches Risiko darstellen.

Eine allmähliche Verbesserung der Wetterlage wird ab Mitte der Woche erwartet, doch bis dahin ist weiterhin Vorsicht und Aufmerksamkeit erforderlich, insbesondere in Regionen, die von Überschwemmungen, Erdrutschen oder starkem Seegang betroffen sind.


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