Die Kanarischen Inseln stehen vor einem der intensivsten Wetterereignisse der laufenden Saison, da eine kräftige Atlantikfront über den Archipel hinwegzieht und für starke Regenfälle, stürmische Winde, raue See und Schneefall in höheren Lagen sorgt. Die staatliche Wetterbehörde AEMET hat für weite Teile der Region Warnungen herausgegeben und weist auf ein erhöhtes Risiko gefährlicher Wetterbedingungen im gesamten Tagesverlauf hin.
Orkanartige Böen und schwierige Bedingungen an der Küste
Im Mittelpunkt der Wetterlage stehen kräftige Südwestwinde, die sich im Laufe des Tages deutlich verstärken werden. Prognosen zufolge erreichen sie Sturmstärke, mit sehr starken bis orkanartigen Böen in exponierten Gebieten, insbesondere in mittleren Höhenlagen und im Gebirge.
Vor allem an Leeseiten und auf den Gipfeln können Windgeschwindigkeiten 90 bis 100 km/h überschreiten, was die Gefahr von umstürzenden Gegenständen, Verkehrsbehinderungen und Sachschäden deutlich erhöht.

Auch auf See verschlechtern sich die Bedingungen erheblich: Es werden Winde der Stärke 5 bis 6 erwartet, die im Tagesverlauf von Nordwest auf Südwest drehen und rauen bis sehr rauen Seegang verursachen. Zusätzlich wird ein nordwestlicher Wellengang von bis zu 4 bis 5 Metern prognostiziert, was insbesondere in Küstenbereichen zu gefährlichen Situationen führen kann.
Anhaltender Regen und Schneefall in höheren Lagen
Die Niederschläge werden weite Teile des Archipels erfassen, wobei insbesondere die höher gelegenen Inseln wie Teneriffa und La Palma stark betroffen sein dürften. In diesen Regionen kann der Regen anhaltend und lokal intensiv ausfallen, vor allem in den westlichen Inselbereichen und an den Hängen.
Mit dem Vorstoß kälterer Luftmassen sinkt zudem die Schneefallgrenze auf etwa 1.900 Meter, sodass es in den Hochlagen – insbesondere rund um den Teide – zu Schneefällen kommt. In Kombination mit den starken Winden entstehen dort winterliche und potenziell gefährliche Bedingungen.
Im weiteren Tagesverlauf ist zudem mit Gewittern zu rechnen, die die ohnehin instabile Wetterlage zusätzlich verschärfen können.
Wetterentwicklung auf den einzelnen Inseln

- Teneriffa: Dichte Bewölkung mit anhaltendem Regen im Westen bereits am Morgen, der sich später auf die gesamte Insel ausbreitet. Die Niederschläge können örtlich stark und gewittrig sein. In den Hochlagen sind leichte Fröste möglich.
- Gran Canaria: Zunehmende Bewölkung im Tagesverlauf, insbesondere im Süden und Westen, wo sich der Regen gegen Abend verstärkt. In exponierten Bereichen sind Windgeschwindigkeiten bis zu 90 km/h möglich.
- La Palma: Sehr unbeständige Wetterlage mit früh einsetzendem, anhaltendem Regen, vor allem in den westlichen mittleren Höhenlagen. Oberhalb von 1.900 Metern fällt Schnee, während auf den Gipfeln extreme Böen auftreten können.
- Lanzarote und Fuerteventura: Der Tag beginnt vergleichsweise ruhig mit lockerer Bewölkung und leichtem Regen, doch im Verlauf verschärft sich die Lage durch sehr starke Südwestwinde, die zur Hauptgefahr werden.
- La Gomera und El Hierro: Wechselhaftes Wetter mit Bewölkung und zeitweiligem Regen, insbesondere im Süden und Westen. Gegen Abend ist eine leichte Beruhigung der Lage möglich.
Temperaturen bleiben weitgehend stabil

Trotz der intensiven Wettererscheinungen bleiben die Temperaturen auf den meisten Inseln relativ konstant. In den beiden Hauptstädten, Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria, werden Höchstwerte von 21 bis 22 °C und Tiefstwerte um 16 °C erwartet. In höheren Lagen sowie auf El Hierro wird es jedoch spürbar kühler, mit Tiefstwerten von etwa 10 °C in Orten wie Valverde.
Behörden warnen und geben Sicherheitshinweise
Angesichts der prognostizierten Wetterlage rufen die Behörden die Bevölkerung und Besucher dazu auf, äußerste Vorsicht walten zu lassen. Besonders bei Fahrten auf exponierten Straßen ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten.
Zudem wird empfohlen, lose Gegenstände auf Balkonen, Terrassen und Dächern zu sichern, um zu verhindern, dass sie durch die starken Windböen fortgerissen werden und Schäden verursachen.
Einer der schwierigsten Wettertage der letzten Monate
Die Kombination aus intensiven Regenfällen, starken bis orkanartigen Winden, rauer See und Schneefall in den Höhenlagen dürfte diesen Donnerstag zu einem der meteorologisch anspruchsvollsten Tage der letzten Monate auf den Kanarischen Inseln machen.






