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Sturm „Therese“ löst auf Teneriffa umfangreiche Notfallmaßnahmen aus

Die Behörden rechnen mit erheblichen Beeinträchtigungen und rufen die Bevölkerung zu besonderer Vorsicht in den kommenden Tagen auf.

Angesichts der erwarteten Auswirkungen von Sturm „Therese“ bereitet sich Teneriffa auf eine außergewöhnliche Wetterlage vor. Meteorologen warnen, dass es sich um das stärkste Sturmereignis seit über einem Jahrzehnt handeln könnte – mit erheblichen Folgen für weite Teile des Archipels.


Die Behörden haben daher frühzeitig reagiert: Der Inselrat von Teneriffa (Cabildo de Tenerife) hat die Aktivierung seines Insel-Notfallplans (PEIN) ab Mittwoch, 15:00 Uhr, angekündigt. Die Maßnahmen sollen mindestens bis Sonntag in Kraft bleiben. Nach Angaben von Cabildo-Präsidentin Rosa Dávila habe man ein solches Wetterphänomen „seit vielen Jahren nicht mehr erlebt“.

Warnstufen und deutliche Auswirkungen erwartet

Derzeit gelten auf den Kanarischen Inseln Warnungen vor starkem Wind und gefährlichen Küstenbedingungen sowie eine Vorwarnung vor intensiven Niederschlägen. Prognosen zufolge wird insbesondere Teneriffa stark betroffen sein, vor allem die westliche Inselhälfte zwischen Santiago del Teide und Arico. Auch der Norden sowie höher gelegene Regionen dürften die Auswirkungen deutlich spüren.

Die Vorhersagen sind entsprechend ernst: Es werden Windböen von bis zu 100 km/h, Niederschlagsmengen von über 300 Litern pro Quadratmeter, sowie Schneefall in Hochlagen – insbesondere im Bereich des Teide – erwartet. An den Küsten rechnen die Meteorologen zudem mit Wellenhöhen von bis zu fünf Metern, verstärkt durch Springtiden, was das Risiko von Überflutungen deutlich erhöht.

Sturm „Therese“ löst auf Teneriffa umfangreiche Notfallmaßnahmen aus

Vor diesem Hintergrund rufen die Behörden die Bevölkerung dazu auf, äußerste Vorsicht walten zu lassen, gefährdete Gebiete wie Schluchten konsequent zu meiden und nicht notwendige Wege zu vermeiden.

Kritische Phase ab Donnerstag

Nach Einschätzung der staatlichen Wetterbehörde Aemet dürfte die intensivste Phase des Sturms am Donnerstag und Freitag eintreten. Dennoch schließen die Experten nicht aus, dass sich die Auswirkungen bis ins Wochenende hinein fortsetzen und auch Samstag und Sonntag noch von instabilen Bedingungen geprägt sein werden.

Die aktuellen Modelle deuten darauf hin, dass sich das Sturmsystem über dem westlichen Teil des Archipels festsetzt, wodurch Teneriffa besonders stark betroffen sein dürfte und die ungünstigen Wetterverhältnisse länger anhalten können.

Absagen und Einschränkungen im öffentlichen Raum

Als Vorsichtsmaßnahme wurden bereits alle öffentlichen Veranstaltungen im Freien abgesagt, darunter auch das bekannte Tenerife Bluetrail-Rennen.

Zudem wurden Zugänge zu besonders gefährdeten Gebieten gesperrt, darunter die Straße nach Punta de Teno, zahlreiche Wanderwege, Waldpisten, Erholungsgebiete sowie Hochgebirgszonen wie der Teide-Nationalpark und weitere geschützte Naturräume.

Auch die Gemeinden der Insel haben ihre kommunalen Notfallpläne aktiviert und ergreifen Maßnahmen, um den Zugang zu Risikozonen zu beschränken oder vollständig zu unterbinden.

Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen und Einsatzkräfte

Sturm „Therese“ löst auf Teneriffa umfangreiche Notfallmaßnahmen aus

Parallel dazu wurden die Überwachungs- und Präventionsmaßnahmen deutlich verstärkt. Dazu zählen unter anderem die Kontrolle besonders exponierter Küstenbereiche, die Reinigung und Sicherung von Barrancos und Entwässerungssystemen sowie das Befestigen von Gegenständen im öffentlichen Raum, die durch starken Wind gefährlich werden könnten.

Der Cabildo hat sämtliche verfügbaren Ressourcen mobilisiert, darunter Feuerwehr- und Waldbrandteams, Straßeninstandhaltungsdienste sowie Rettungskräfte.

Insgesamt stehen derzeit über 1.000 Einsatzkräfte auf Teneriffa in Bereitschaft, koordiniert über das Insel-Einsatzleitungszentrum (Cecopin) in Zusammenarbeit mit dem Notrufdienst 112, dem regionalen Koordinierungszentrum Cecoe und den lokalen Behörden.

Appell an die Bevölkerung

Die Behörden betonen erneut die Notwendigkeit, alle Sicherheitshinweise strikt zu befolgen. Insbesondere wird dazu geraten, sich von Küstenbereichen und überflutungsgefährdeten Zonen fernzuhalten und Reisen auf ein Minimum zu beschränken.

Angesichts der prognostizierten Wetterlage könnten die kommenden Tage zu einer ernsthaften Belastungsprobe für Infrastruktur und Einsatzkräfte werden. Alles deutet darauf hin, dass Teneriffa vor einem außergewöhnlich intensiven Sturmereignis steht, das die Insel über mehrere Tage hinweg prägen wird.


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