Neue Zahlen der Vereinigung zur Prävention von Wasserunfällen „Canarias, 1500 Km de Costa“ zeichnen ein alarmierendes Bild: In den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 kamen auf den Kanarischen Inseln 13 Menschen durch Ertrinken ums Leben, sechs davon allein im Februar.
Besonders besorgniserregend ist, dass 92 % der Betroffenen das Meer zu Zeitpunkten betraten, als offizielle Vorwarnungen oder Warnungen der Regionalregierung wegen gefährlicher Küstenbedingungen galten. Diese Hinweise beziehen sich in der Regel auf starken Wellengang, gefährliche Strömungen oder raue See.
Deutlicher Anstieg gegenüber 2025
Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres bedeutet die aktuelle Zahl einen Anstieg um 18 %. 2025 waren in den ersten beiden Monaten 11 Todesfälle registriert worden.
Allein im Februar wurden neben den sechs Todesopfern weitere Zwischenfälle gemeldet:
- Drei Personen befanden sich in kritischem Zustand
- Zwei erlitten schwere Verletzungen
- Zwei wurden mittelschwer verletzt
- Zwei kamen mit leichten Verletzungen davon
Insgesamt wurden bislang 40 wasserbezogene Unfälle erfasst – ein Anstieg um 29 % gegenüber den 31 Vorfällen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Wer waren die Opfer?

Von den 13 Todesopfern:
- Acht waren Erwachsene
- Zwei waren über 60 Jahre alt
- Drei Fälle weisen keine Altersangaben auf
Zehn der Verstorbenen waren Männer, drei Frauen.
Bezüglich der Staatsangehörigkeit:
- Sieben waren ausländische Staatsbürger (darunter zwei Deutsche, ein US-Amerikaner, ein Venezolaner, ein Belgier sowie zwei Personen ohne nähere Angaben)
- Drei waren spanische Staatsangehörige
- In drei Fällen wurde keine Nationalität dokumentiert
Situation zum Unfallzeitpunkt
Sechs der Todesfälle wurden der Kategorie „Sonstige“ zugeordnet. Darunter fallen Personen, die von Wellen erfasst wurden oder nach einem Sturz von Molen, Klippen oder Promenaden ins Wasser gerieten, ebenso wie Menschen bei bestimmten Sport- oder Freizeitaktivitäten.
Drei Opfer waren Schwimmer, zwei Taucher und eines Fischer. In einem Fall ist die ausgeübte Tätigkeit nicht bekannt.
Zeitpunkt und Ort der Unglücke

Die Mehrheit der Unfälle ereignete sich am Nachmittag (62 %), gefolgt vom Vormittag (15 %) und der Nacht (8 %). In 15 % der Fälle fehlt eine genaue Zeitangabe.
Strände bleiben mit 62 % der häufigste Unfallort. Es folgen natürliche Meeresschwimmbecken (18 %), Häfen und Küstenabschnitte (17 %) sowie Schwimmbäder (3 %).
Grundlage der Auswertung
Die Analyse basiert auf offiziellen Daten von Notfalldiensten und Sicherheitsbehörden, darunter 112 Canarias, Guardia Civil, Nationalpolizei, Seenotrettung, örtliche Polizeikräfte, Feuerwehr und Zivilschutz.
Die Zahlen verdeutlichen eindrücklich, dass das Missachten von Warnhinweisen bei ungünstigen Wetter- und Seebedingungen weiterhin ein erhebliches Risiko darstellt. Experten betonen daher die Bedeutung, offizielle Warnstufen ernst zu nehmen und Sicherheitsanweisungen an den Küsten konsequent zu befolgen.






