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Auf Teneriffa liegt das teuerste Wohnviertel der Kanarischen Inseln – Preise mehr als doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt

Hohe Nachfrage, begrenztes Angebot und internationales Interesse verstärken den Preisdruck und verschärfen die Wohnraumsituation für viele Einheimische.

Der Süden Teneriffas hat seine Position als führendes Zentrum des Luxusimmobilienmarktes auf den Kanarischen Inseln weiter gefestigt. Nach den aktuellen Daten des Fotocasa Real Estate Index befindet sich das teuerste Wohnviertel des Archipels auf dieser Insel. Die Immobilienpreise haben dort neue Rekordwerte erreicht und liegen inzwischen deutlich über dem spanischen Durchschnitt.


Besonders stark betroffen ist die Provinz Santa Cruz de Tenerife, die weiterhin das High-End-Segment dominiert. Sechs der zehn teuersten Wohnlagen der Kanarischen Inseln befinden sich hier, wobei das stärkste Wachstum im Süden der Insel zu beobachten ist. Anhaltend hohe Nachfrage und ein begrenztes Angebot gelten als wichtigste Treiber dieser Entwicklung.

Playa Fañabé Alto an der Spitze des Rankings

Angeführt wird die Rangliste vom Viertel Playa Fañabé Alto in der Gemeinde Adeje. Es gilt aktuell als das teuerste Wohngebiet der gesamten Inselgruppe.

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Bestandsimmobilien liegt hier bei 6.578 Euro, während der spanische Durchschnitt bei 2.879 Euro liegt. Damit sind die Preise in Playa Fañabé Alto rund 2,3-mal höher als im Rest des Landes.

Für Käufer bedeutet dies eine erhebliche finanzielle Belastung. Eine typische Wohnung mit 80 Quadratmetern kostet derzeit durchschnittlich etwa 526.248 Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von mehr als 30.000 Euro beziehungsweise 6,2 Prozent.

Weitere hochpreisige Wohnlagen auf Teneriffa und Gran Canaria

Auf Teneriffa liegt das teuerste Wohnviertel der Kanarischen Inseln – Preise mehr als doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt

Die führende Rolle Teneriffas im Premiumsegment wird durch weitere Spitzenlagen untermauert. Zu den teuersten Vierteln zählen derzeit:

  • Playa de las Américas (Arona/Adeje): 5.824 €/m²
  • Los Cristianos (Arona): 4.941 €/m²
  • Callao Salvaje – Playa Paraíso (Adeje): 4.787 €/m²
  • Torviscas Centro und Alto (Adeje): 4.597 €/m²
  • Santa Catalina – Canteras (Las Palmas de Gran Canaria): 4.293 €/m²
  • Guanarteme (Las Palmas de Gran Canaria): 4.087 €/m²
  • Duggi – Rambla – Los Hoteles (Santa Cruz de Tenerife): 4.022 €/m²

Diese Zahlen verdeutlichen die starke Konzentration hochpreisiger Immobilien in touristisch geprägten Küstenregionen sowie in zentralen städtischen Lagen.

Deutliches Wachstum auf Gran Canaria

Obwohl Teneriffa bei den absoluten Preisen führend ist, wurden die höchsten prozentualen Zuwächse in der Provinz Las Palmas registriert. Besonders auffällig ist der Stadtteil San Gregorio in Telde, der innerhalb eines Jahres einen Preisanstieg von 50 Prozent verzeichnete. Der Quadratmeterpreis liegt dort inzwischen bei 2.787 Euro.

Diese Entwicklung zeigt, dass immer mehr Käufer auf bisher günstigere Gebiete ausweichen, da die Spitzenlagen für viele unerschwinglich geworden sind.

Eine „doppelte Realität“ auf dem Immobilienmarkt

Auf Teneriffa liegt das teuerste Wohnviertel der Kanarischen Inseln – Preise mehr als doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt

Nach Einschätzung von María Matos, Sprecherin von Fotocasa, spiegelt der aktuelle Markt eine „doppelte Realität“ wider.

Einerseits konzentriert sich die Nachfrage stark auf erstklassige Lagen mit begrenztem Angebot und kaufkräftiger Kundschaft. Andererseits verlagert sich ein Teil der Nachfrage in periphere oder sekundäre Gebiete, insbesondere in Regionen mit vielen Zweit- und Ferienwohnungen. Auch dort steigt der Preisdruck zunehmend.

Diese parallele Entwicklung verändert die Wohnungslandschaft auf den Inseln nachhaltig.

Risiken von Marktdruck und sozialer Ausgrenzung

Der Bericht warnt davor, dass das schnelle Preiswachstum erhebliche Risiken birgt, wenn das Wohnungsangebot nicht im gleichen Tempo erweitert wird. Das wachsende Interesse ausländischer Investoren sowie wohlhabender Käufer im Luxussegment verstärkt den Aufwärtsdruck auf einen ohnehin angespannten Markt.

Experten sehen die Gefahr, dass ohne gezielte Massnahmen zur Förderung von bezahlbarem Wohnraum die Wohnraumausgrenzung zunimmt. Für viele Einheimische wird der Zugang zu Wohneigentum damit immer schwieriger.


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