Die Kanarischen Inseln stehen vor einer Phase besonders ungünstiger Küstenwetterbedingungen, die in den kommenden Tagen große Teile des Archipels betreffen werden. Rettungs- und Sicherheitsdienste beobachten die Lage aufmerksam, da die Kombination aus starkem Wellengang und erhöhtem Tidenstand das Risiko entlang exponierter Küstenabschnitte deutlich erhöht.
Zusätzlich zu der bereits von der Regionalregierung ausgerufenen Warnlage hat die State Meteorological Agency (AEMET) für diesen Freitag gelbe Warnungen wegen rauer See und starkem Seegang aktiviert. Nach aktuellen Prognosen könnten die Wellenhöhen bis zu fünf Meter erreichen, was die Sicherheit an vielen Küstenabschnitten erheblich beeinträchtigt.
Gelbe Warnungen nach Inseln
AEMET stuft die Wahrscheinlichkeit für widrige Küstenbedingungen in den betroffenen Gebieten auf über 70 Prozent ein. Hauptursache ist eine kombinierte nordwestliche Dünung, die sich je nach Insel unterschiedlich stark auswirken wird:
- La Palma: Gelbe Warnung entlang der gesamten Küste, sowohl an der Ost- als auch an der Westseite, gültig bis zum Ende des Freitags.
- Teneriffa: Das höchste Risiko besteht an der Nordküste sowie im Großraum, wo über den gesamten Tag hinweg gefährliche Seebedingungen erwartet werden.
- El Hierro: Die gesamte Insel bleibt aufgrund starker Wellen unter gelber Warnstufe.
- Fuerteventura und Lanzarote: An den Nord- und Westküsten sind weiterhin Warnungen aktiv, mit erwarteten Wellenhöhen zwischen vier und fünf Metern.
- Gran Canaria: Für die Nordküste gilt eine gelbe Warnung; hier könnten die Wellen bis zu vier Meter erreichen.
Meeresverhalten und besonders betroffene Küstenabschnitte

Ein zentrales Merkmal der aktuellen Wetterlage ist eine lange Wellenperiode von mehr als zwölf Sekunden. Diese führt dazu, dass die Wellen mit deutlich höherer Energie auf die Küste treffen. Auch bei schwankenden Wellenhöhen bleibt die Wucht des Seegangs außergewöhnlich hoch, was ein ernstzunehmendes Risiko für Küsteninfrastruktur, Spazierwege und die öffentliche Sicherheit darstellt.
Nach Einschätzung der Behörden werden vor allem die Nord- und Westküsten am stärksten betroffen sein. Die Ost- und Südküsten der gebirgigen Inseln dürften zwar vergleichsweise mildere Bedingungen erleben, gelten jedoch weiterhin als potenziell gefährdet.
Hochwasser erhöht Überschwemmungsgefahr
Besondere Sorge bereitet das Zusammentreffen von starkem Wellengang mit Hochwasser, da dies das Risiko von Überschwemmungen auf Promenaden, Küstenstraßen und in städtischen Uferzonen erheblich erhöht.
Die kritischsten Hochwasserzeiten werden zu folgenden Zeitfenstern erwartet:
Freitag
- Frühmorgens: 3:30 Uhr bis 4:10 Uhr
- Nachmittags: 15:55 Uhr bis 16:30 Uhr
Samstag
- Frühmorgens: 4:10 Uhr bis 4:45 Uhr
- Nachmittags: 16:30 Uhr bis 17:05 Uhr
In diesen Zeiträumen ist die Gefahr von Überläufen und Küstenüberschwemmungen besonders hoch.
Wetterausblick: sinkende Temperaturen, Wind und Regen

Neben den zunehmend schwierigen Seebedingungen prognostiziert AEMET für Freitag einen moderaten Temperaturrückgang, vor allem in höheren Lagen im Inselinneren. In den nördlichen Gebieten wird es überwiegend bewölkt sein, begleitet von leichtem, teils anhaltendem Regen. In anderen Teilen des Archipels sind zeitweise Schauer möglich.
Der Wind weht überwiegend aus Nordwest, mit starken Böen an exponierten Hängen sowie sehr starken Windböen im Hochland von Teneriffa, was die instabile Wetterlage zusätzlich verschärft.
Sicherheitshinweise der Behörden
Angesichts der prognostizierten Wetterlage rufen die Behörden die Bevölkerung eindringlich dazu auf, Wellenbrecher, Docks und exponierte Küstenbereiche zu meiden und alle nautischen sowie maritimen Aktivitäten bis zur Entspannung der Situation auszusetzen. Die Entwicklung wird fortlaufend überwacht, weitere Warnungen sind bei einer Verschlechterung der Lage nicht ausgeschlossen.






