portada principal

Der Kauf einer Immobilie auf den Kanarischen Inseln ist heute rund 40.000 Euro teurer als vor einem Jahr

Getrieben von hoher Nachfrage und knapper Neubautätigkeit steigen die Immobilienpreise auf den Inseln deutlich schneller als die Einkommen der lokalen Bevölkerung.

Die Wohnungskrise auf den Kanarischen Inseln hat ein kritisches Niveau erreicht. Getrieben von starker Nachfrage und einem anhaltend knappen Wohnungsangebot sind die Preise für Bestandsimmobilien innerhalb eines Jahres drastisch gestiegen. Für viele Einwohnerinnen und Einwohner rückt der Erwerb von Wohneigentum damit zunehmend außer Reichweite.


Nach aktuellen Daten des Fotocasa Real Estate Index verzeichneten die Immobilienpreise auf dem Archipel Ende Januar einen Jahresanstieg von 18,6 %. Es handelt sich um den zweithöchsten jemals für einen Januar gemessenen Wert in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt inzwischen bei 3.325 Euro.

Über 41.000 Euro mehr für dieselbe Immobilie

Die finanziellen Auswirkungen auf private Haushalte sind erheblich. Eine typische Immobilie mit 80 Quadratmetern Wohnfläche, die vor einem Jahr noch durchschnittlich 224.198 Euro kostete, wird heute für 265.978 Euro angeboten.

Damit müssen Käuferinnen und Käufer innerhalb von nur zwölf Monaten 41.781 Euro mehr für dasselbe Objekt zahlen – ohne relevante Veränderungen bei Größe, Ausstattung oder Lage.

Santa Cruz de Tenerife unter besonders starkem Preisdruck

Ein Blick auf die Provinzen zeigt, dass sich der Preisanstieg regional unterschiedlich stark auswirkt. Besonders ausgeprägt ist die Entwicklung in der Provinz Santa Cruz de Tenerife, wo die Preise um 19,5 % zulegten. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis beträgt dort inzwischen 3.664 Euro.

Die Provinz Las Palmas folgt dicht dahinter mit einem Anstieg von 19,1 % und einem durchschnittlichen Preis von 2.801 Euro pro Quadratmeter.

Extreme Preissteigerungen in einzelnen Gemeinden

Der Kauf einer Immobilie auf den Kanarischen Inseln ist heute rund 40.000 Euro teurer als vor einem Jahr

Innerhalb der Insel Teneriffa haben einige Gemeinden außergewöhnlich hohe Zuwächse verzeichnet:

  • Los Realejos: Anstieg um 45,6 %, der höchste Wert im Inselvergleich
  • Santa Cruz de Tenerife: plus 24,9 %
  • San Cristóbal de La Laguna: plus 24,7 %
  • Adeje: bestätigt seine Stellung als exklusivste Gemeinde mit Preisen von über 5.079 Euro pro Quadratmeter

Diese Zahlen verdeutlichen die wachsende Diskrepanz zwischen Einkommen und Wohnkosten, insbesondere in Gebieten mit starkem touristischem und internationalem Interesse.

Ein Markt unter strukturellem Druck

Nach Einschätzung von María Matos, Forschungsleiterin bei Fotocasa, befindet sich der Immobilienmarkt auf den Kanarischen Inseln derzeit in einer Phase „maximaler Anspannung“.

Sie betont, dass es sich nicht um eine klassische Spekulationsblase handele, sondern um ein strukturelles Ungleichgewicht, das durch die geografische Insellage zusätzlich verschärft werde:

„Die Nachfrage – sowohl lokal als auch international – bleibt auf Rekordniveau, während der Mangel an neuem Wohnraum eine Selbstregulierung des Marktes verhindert.“

Die Folgen seien besonders gravierend für Einheimische und junge Menschen, die zunehmend aus dem Eigentumsmarkt verdrängt würden.

Einordnung im landesweiten Vergleich

Der Kauf einer Immobilie auf den Kanarischen Inseln ist heute rund 40.000 Euro teurer als vor einem Jahr

Trotz der starken Dynamik belegen die Kanarischen Inseln beim jährlichen Preiswachstum derzeit den siebten Platz im spanienweiten Vergleich. Angeführt wird die Rangliste von:

  • Region Murcia: 27,1 %
  • Andalusien: 24,5 %

In Bezug auf die absoluten Preise gehören die Kanarischen Inseln jedoch weiterhin zu den teuersten Regionen Spaniens. Sie liegen auf Platz vier, hinter den Balearen, Madrid und dem Baskenland.

Preissteigerungen betreffen inzwischen den gesamten Archipel

Der Preisanstieg beschränkt sich längst nicht mehr auf klassische Hotspots. Auch in anderen Teilen der Inseln sind deutliche Zuwächse zu beobachten:

  • Telde: plus 37,6 %
  • La Oliva: plus 31,1 %

Diese Entwicklung zeigt, dass die steigenden Wohnkosten inzwischen den gesamten Archipel erfassen und sowohl urbane Zentren als auch vormals erschwinglichere Regionen betreffen.


Scroll al inicio