Der Sturm, der derzeit über die Kanarischen Inseln hinwegzieht, hat außergewöhnlich starke Winde und intensive Niederschläge mit sich gebracht. Besonders betroffen ist Teneriffa, wo in den Hochlagen orkanartige Böen gemessen wurden und zahlreiche Messstationen landesweit zu den Spitzenreitern bei Wind und Regen zählen.
Orkanstärke in den Hochlagen von Teneriffa
Die extremsten Bedingungen wurden im Teide-Nationalpark registriert. An der hoch gelegenen Wetterstation Izaña wurden Windböen von bis zu 131 Kilometern pro Stunde gemessen – ein Wert, der als Orkanstärke gilt.
Nach Angaben der AEMET war dies die stärkste Böe, die während des Sturms auf den Inseln verzeichnet wurde. Gleichzeitig gehörte Izaña auch zu den Stationen mit den höchsten Niederschlagsmengen in ganz Spanien.
Bis 12:10 Uhr am Sonntag fielen dort 34,8 Liter pro Quadratmeter, womit der Standort landesweit den zweithöchsten Niederschlagswert meldete. Nur der Flughafen Menorca verzeichnete mit 40 Litern pro Quadratmeter noch höhere Werte.
Weit verbreitete und intensive Regenfälle

Die starken Niederschläge beschränkten sich nicht auf die Hochlagen. Auch in zahlreichen weiteren Regionen des Archipels wurden erhebliche Regenmengen registriert. Laut Aemet lagen unter anderem folgende Messwerte vor:
- Vega de San Mateo: 32,4 l/m²
- Llano de los Loros (La Laguna): 29,4 l/m²
- Puntagorda: 26,4 l/m²
- Tejeda: 24,1 l/m²
- Flughafen Teneriffa Nord: 23,5 l/m²
- Roque de los Muchachos: 22,6 l/m²
Damit zählen mehrere Orte auf den Kanarischen Inseln zu den zehn regenreichsten Standorten Spaniens während dieses Unwetters.
Starke Windböen auf mehreren Inseln
Auch abseits der Hochlagen registrierte Aemet sehr kräftige Windböen. Zu den auffälligsten Messwerten gehörten:
- Alto de Igualero–Vallehermoso: 98 km/h
- Flughafen Teneriffa Nord: 95 km/h
- Las Cañadas del Teide: 93 km/h
- Arure: 85 km/h
- Pájara und Flughafen La Palma: jeweils 84 km/h
- Haría: 82 km/h
- Llano de los Loros–La Laguna: 79 km/h
- El Pinar–La Dehesa: 77 km/h
Die Kombination aus anhaltendem Regen und starken Winden führte auf mehreren Inseln zu Zwischenfällen, darunter Stromausfälle, Flugumleitungen und -ausfälle sowie die Schließung von Parks, Märkten und Sportanlagen in einzelnen Gemeinden.
Ungewöhnlich milde Temperaturen

Trotz des schweren Unwetters verzeichneten die Kanarischen Inseln am Sonntag zugleich die höchsten Höchsttemperaturen Spaniens. Der landesweite Spitzenwert wurde am Flughafen Teneriffa Süd mit 22,8 °C gemessen.
Weitere hohe Temperaturen wurden registriert in:
- Maspalomas: 22,6 °C
- Flughafen La Palma: 21,8 °C
- Fuencaliente, Maspalomas – Centro Insular de Turismo und Güímar: 21,4 °C
- Mogán–Puerto: 21,3 °C
- El Matorral–San Bartolomé de Tirajana und Tuineje–Gran Tarajal: 20,2 °C
- Santa Cruz de Tenerife: 20 °C
Diese milden Werte stehen in starkem Kontrast zum spanischen Festland, wo in Pradollano im Nationalpark Sierra Nevada mit –13,8 °C die niedrigste Temperatur des Tages gemessen wurde.
Lage weiterhin unter Beobachtung
Die Wetterdienste beobachten die Entwicklung weiterhin genau und warnen davor, dass insbesondere in exponierten und bergigen Regionen auch in den kommenden Stunden gefährliche Bedingungen auftreten können. Einwohner und Besucher der Kanarischen Inseln werden dringend aufgefordert, die offiziellen Warnhinweise zu beachten, da starke Winde, heftiger Regen und mögliche Beeinträchtigungen der Infrastruktur weiterhin nicht ausgeschlossen sind.






