Die Immobilienpreise gehören weiterhin zu den größten sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen auf den Kanarischen Inseln. Die Kombination aus begrenzter verfügbarer Fläche, geringem Wohnraumangebot und dem dominanten Einfluss des Tourismus hat zu einer Preisentwicklung geführt, die deutlich über dem spanischen Durchschnitt liegt und viele Haushalte zunehmend belastet.
Regelmäßig veröffentlichte Daten zeigen ein einheitliches Bild: die Preise steigen weiter, Hypothekensummen wachsen, und die Suche nach bezahlbarem Wohnraum wird für viele praktisch unmöglich. Besonders eindrucksvoll verdeutlichen dies aktuelle Angaben des neuen Statistikportals des Generalrats der Notare, das ausschließlich reale Kaufpreise aus Notarakten auswertet.
Adeje: Spitzenreiter der teuersten Gemeinden im gesamten Archipel
Laut den aktuellsten Daten beträgt der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Adeje inzwischen 4.127 € – mehr als doppelt so viel wie in der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife, wo der Quadratmeterpreis bei 1.893 € liegt (Daten der letzten zwölf Monate bis September).
Preisvergleich für eine Wohnung mit 90 m²
- Adeje: rund 371.436 €
- Santa Cruz: etwa 170.370 €
Diese Berechnungen umfassen alle Kategorien von Wohnraum – Neubauten, Bestandsimmobilien, Häuser und Wohnungen.
Auch bei den am häufigsten gehandelten Immobilien, den Gebrauchtwohnungen, bleibt der Unterschied deutlich:
- Adeje: 3.692 €/m²
- Santa Cruz: 1.890 €/m²
Santa Cruz nicht unter den Top fünf der teuersten Gemeinden Teneriffas

Obwohl Santa Cruz die Inselhauptstadt ist, liegt sie preislich nur auf Rang zehn. Die teuersten Gemeinden Teneriffas sind:
- Adeje – 4.127 €/m²
- Santiago del Teide – 3.397 €/m²
- Guía de Isora – 3.319 €/m²
- Arona – 2.825 €/m²
- Puerto de la Cruz – 2.674 €/m²
- San Miguel – 2.463 €/m²
- Granadilla – 2.005 €/m²
- Candelaria – 1.954 €/m²
- El Sauzal – 1.939 €/m²
- Santa Cruz – 1.893 €/m²
Noch bemerkenswerter ist der innere Kontrast der Insel: Adeje, die teuerste Gemeinde, grenzt direkt an Vilaflor, die zweitgünstigste Gemeinde des gesamten Archipels, wo der Quadratmeter nur 594 € kostet.
Touristische Hotspots prägen die höchste Preisdynamik
Wie zu erwarten, gehören die Gemeinden mit den höchsten Immobilienpreisen zu jenen, die stark vom Tourismus geprägt sind. Beispiele:
- Gran Canaria:
- San Bartolomé de Tirajana – 3.875 €/m²
- Mogán – 3.751 €/m²
- Lanzarote: Tías – 3.533 €/m²
- Fuerteventura: La Oliva – 2.876 €/m²
- La Gomera: Valle Gran Rey – 2.072 €/m²
- La Palma: Tazacorte – 1.982 €/m²
- El Hierro: El Pinar – 1.961 €/m²
Immobilienverkäufe und Preise in der Provinz Teneriffa
Im letzten Jahr wurden in der Provinz 12.330 Immobilienverkäufe verzeichnet – durchschnittlich 33 Verkäufe pro Tag.
- Durchschnittspreis: 220.388 €
- Durchschnittsgröße: 101 m²
- Gebrauchtwohnungen: 9.038 Verkäufe, Preis Ø 189.233 €, Größe Ø 82 m²
Langfristige Preisentwicklung: +31 % in 18 Jahren

Der Notariatsrat meldet einen deutlichen Preisanstieg seit 2007:
- 2007: 1.756 €/m²
- September 2025: 2.253 €/m²
Damit sind die Immobilienpreise auf den Kanarischen Inseln binnen 18 Jahren um 31 % gestiegen.
Zwei zentrale Entwicklungen prägen den Markt
1. Junge Käufer werden zunehmend verdrängt
Nur 6,5 % der Immobilienkäufe werden von 18- bis 30-Jährigen getätigt. Zum Vergleich: 2007 lag dieser Anteil bei 21,5 %.
Hauptfaktoren:
- strengere Kreditbedingungen seit 2013
- rapide Preissteigerungen
- stagnierende Einkommen
2. Anhaltend hohe Nachfrage durch Ausländer
Ausländische Käufer haben großen Einfluss auf den Markt:
- 36 % aller Käufe im gesamten Archipel
- 41 % in der Provinz Teneriffa
Diese Dynamik trägt zusätzlich dazu bei, dass lokale Haushalte im Wettbewerb um bezahlbare Wohnungen oft unterliegen.






