Die Regierung der Kanarischen Inseln hat über die Generaldirektion für Notfälle eine neue Warnung vor erhöhter Waldbrandgefahr ausgesprochen. Betroffen ist die Insel Gran Canaria, wo die Warnstufe am Dienstag, 4. November, ab 10:00 Uhr in Kraft tritt. Grund ist die anhaltende Hitzewelle, die derzeit über dem Archipel liegt und die Bedingungen stark verschärft.
Die Entscheidung stützt sich auf Prognosen der staatlichen Wetterbehörde Aemet sowie auf Analysen technischer Fachstellen im Rahmen des regionalen Waldbrand-Schutzplans INFOCA.
Betroffene Gebiete
- Gran Canaria: Warnstufe aktiviert für alle Gebiete über 400 Metern Höhe.
- Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro: Die bereits bestehende Vorwarnung aufgrund der Trockenheit der Vegetation und der meteorologischen Situation bleibt bestehen.
Erwartete Wetterbedingungen

Laut Aemet ist mit den folgenden Faktoren zu rechnen:
- Zufuhr sehr warmer und trockener Luft, möglicherweise begleitet von Calima (Saharastaub).
- Außergewöhnlich hohe Temperaturen, die in mittleren Höhenlagen und im Hochland über 30 °C liegen können.
- Relative Luftfeuchtigkeit unter 30 %.
- Windböen über 40 km/h.
Diese Kombination aus Hitze, Trockenheit und Wind begünstigt die schnelle Ausbreitung von Bränden, vor allem in Gebieten mit trockener Vegetation und landwirtschaftlichen Flächen.
Empfehlungen für die Bevölkerung
Die Behörden rufen dazu auf, besonders vorsichtig zu sein und jegliche Aktivitäten zu vermeiden, die Brände auslösen könnten.
Vorbeugende Maßnahmen:
- Keine offenen Feuer im Freien entzünden – keine Grillfeuer, kein Abbrennen von Schnittgut.
- Keine Maschinen verwenden, die Funken erzeugen können (z. B. Trennschleifer, Kettensägen).
- Keine Zigarettenkippen, Streichhölzer, Glasflaschen oder andere brennbare Materialien wegwerfen.
- Zugangs- und Wegsperrungen in Wald- und Schutzgebieten strikt einhalten.
- Rauch oder Feuer sofort über die Notrufnummer 112 melden.
Hinweise für Haushalte mit Tieren
Um Haustiere im Notfall schnell evakuieren zu können:
- Identifikation prüfen: Mikrochip, aktuelle Kontaktdaten.
- Notfallset vorbereiten: Transportbox, Dokumente, Wasser und Futter für mehrere Tage, Halsband, Leine und ggf. Medikamente.
- Im Voraus festlegen, wer das Tier im Notfall aufnehmen könnte.
Verhalten im Brandfall

Falls man sich in der Nähe eines Feuers befindet:
- Ruhe bewahren und Anweisungen der Behörden befolgen.
- 112 anrufen und den Standort exakt mitteilen.
- Bei Evakuierung: Strom und Gas abschalten, nur das Nötigste mitnehmen und offizielle Evakuierungsrouten nutzen.
Wenn das Feuer ein Haus bedroht:
- Innen bleiben, Türen und Fenster schließen.
- Spalten mit nassen Handtüchern abdichten.
- Türen und Fenster mit Wasser benetzen.
- Baumwollkleidung tragen und sich möglichst bodennah aufhalten.
Im Freien:
- Gegen den Wind laufen und – wenn möglich – in bereits verbrannte Zonen flüchten.
Im Fahrzeug:
- An einem geschützten Ort anhalten.
- Fenster und Lüftung schließen.
- Scheinwerfer einschalten, um im Rauch sichtbar zu bleiben.
Wenn ein verletztes Wildtier gefunden wird, sollte es, sofern möglich, gesichert und anschließend die 112 oder eine Auffangstelle kontaktiert werden.






