Die Kanarischen Inseln erleben in diesen Tagen eine Phase ungewöhnlich stabilen und warmen Wetters. Laut der Staatlichen Wetterbehörde AEMET wird es in den kommenden Tagen weitgehend klar bis leicht bewölkt bleiben, mit für den Herbst ungewöhnlich hohen Temperaturen.
Prognose für Sonntag
Am Sonntag zeigt sich der Himmel über den Inseln überwiegend klar. Lediglich im Nordosten sind in den frühen Morgen- und Abendstunden einige Wolkenfelder möglich, während am Nachmittag hohe Schleierwolken aufziehen.
- Temperaturen: Die Werte gehen leicht zurück, vor allem im Landesinneren, bleiben aber insgesamt auf hohem Niveau. In den südlichen, südöstlichen und westlichen Zonen können die Temperaturen erneut die 30 °C-Marke erreichen. In Las Palmas de Gran Canaria bewegen sich die Werte zwischen 22 °C und 26 °C, auf Teneriffa liegen die Höchsttemperaturen bei etwa 26 °C, während auf El Hierro Tiefstwerte um 17 °C erwartet werden.
- Wind: Es weht ein mäßiger Nordostwind, der an der Südostküste und im äußersten Westen teils kräftige Böen mit sich bringt. In den Hochlagen sind mäßige Nordwestwinde möglich, die stellenweise sehr starke Böen verursachen können.
Der Sommer von San Miguel

Die aktuelle Warmphase fällt mit dem sogenannten „Sommer von San Miguel“ zusammen. Dieser Begriff bezeichnet in der Meteorologie eine kurze, trockene und warme Wetterperiode, die üblicherweise um den 29. September, dem Festtag des Erzengels Michael, auftritt. Der „kleine Sommer“ dauert im Schnitt etwa eine Woche und bringt nochmals sommerliche Tage, bevor sich die eigentliche Herbstwitterung mit kühleren Temperaturen und höherer Regenwahrscheinlichkeit durchsetzt.
In den Mittelgebirgen, an den Südhängen und im Binnenland der größeren Inseln werden in den kommenden Tagen weiterhin Temperaturen nahe oder über 30 °C erwartet. Am Montag ist zwar ein leichter Temperaturrückgang möglich, der allgemeine Trend bleibt jedoch stabil und warm. Prognosen zufolge liegen die Werte auch in der ersten Oktoberhälfte über dem für die Jahreszeit üblichen Durchschnitt.
Meteorologischer Hintergrund

Das Wetterphänomen ist auf ein verstärktes Hochdruckgebiet sowie eine positive Nordatlantische Oszillation (NAO) zurückzuführen. In Kombination mit einem hoch liegenden Polarjet, der Störungen von der Region fernhält, führt dies zu stabilen Passatwind-Sahara-Mustern. Diese begünstigen Trockenheit, wenig Niederschlag und Temperaturen, die deutlich über dem jahreszeitlichen Mittel liegen.
Empfehlungen für die Bevölkerung
Die Behörden raten sowohl Bewohnern als auch Besuchern, angesichts dieser für den Frühherbst ungewöhnlichen Hitzeperiode besondere Vorsicht walten zu lassen:
- Ausreichend trinken und Sonnenschutz in den Mittagsstunden nicht vergessen.
- Vorsicht bei Aktivitäten im Freien, insbesondere in den Mittelgebirgen und im Landesinneren, wo die Hitze und Trockenheit am stärksten ausgeprägt sind.
- Besondere Aufmerksamkeit für gefährdete Personengruppen wie ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen.






