Ab dem 1. Januar 2026 tritt ein neues Ökosteuermodell in Kraft, das den Zugang zum Gipfel des Teide streng regelt. Ziel ist es, den Massentourismus einzudämmen und den Nationalpark langfristig zu schützen.
Vorstellung des Ökosteuermodells
Der Cabildo von Teneriffa hat offiziell sein neues Ökosteuersystem für die Besteigung des Teide, Spaniens höchstem Berg und UNESCO-Weltnaturerbe, vorgestellt.
Die Maßnahme ist Teil des neuen Masterplans für Nutzung und Management (PRUG) und tritt am 1. Januar 2026 in Kraft. Sie soll den Tourismus nachhaltiger gestalten und die empfindliche Natur des Vulkans besser schützen.
Auf einer Pressekonferenz erklärten Inselpräsidentin Rosa Dávila und Vizepräsident Lope Afonso, dass die Abgabe – ähnlich wie die bereits in Masca eingeführte Ökosteuer – vor allem den Besucherdruck regulieren und damit den langfristigen Erhalt des Nationalparks sichern soll.
Gebührenmodell: Wer zahlt was?

Die Höhe der Abgabe richtet sich nach Wohnsitz und Alter:
- Kostenloser Zugang
- Einwohner von Teneriffa
- Kinder unter 14 Jahren
- Ermäßigter Tarif
- Einwohner der Kanarischen Inseln: 3 bis 6 Euro, abhängig davon, ob an einem Wochentag oder am Wochenende aufgestiegen wird
- Allgemeiner Tarif
- Touristen/Nicht-Einwohner: 10 bis 25 Euro, je nach Tag und Route
- Ausnahmen
- Autorisierte Bergführer zahlen keine Gebühr
Die Ökosteuer gilt ausschließlich für die beiden Hauptrouten zum Gipfel:
- Weg Nr. 7: Montaña Blanca – La Rambleta
- Weg Nr. 10: Telesforo Bravo, der vom Aussichtspunkt La Rambleta bis zum Krater führt
Besucherbegrenzung und Buchungssystem
Um eine Überfüllung zu vermeiden, wird die Zahl der Gipfelbesteigungen strikt limitiert:
- Maximal 300 Personen pro Tag
- Aufgeteilt in drei Zeitfenster mit jeweils 100 Personen
- Verbindliche Online-Reservierung über die Plattform Tenerife ON
Das Cabildo rechnet mit jährlichen Einnahmen von rund 650.000 Euro, die vollständig in den Erhalt und die Instandhaltung des Teide-Nationalparks reinvestiert werden sollen.
Vorschriften und mögliche Strafen

- Tiere: Haustiere sind nicht zugelassen, mit Ausnahme von zertifizierten Blindenhunden.
- Sanktionen: Wer den Gipfel ohne gültige Reservierung besteigt, muss mit Geldbußen von bis zu 600 Euro rechnen, entsprechend dem Gesetz über die Naturräume der Kanarischen Inseln.
Warum diese Regelung notwendig ist
Die Besucherzahlen am Teide haben in den letzten Jahren ein kritisches Niveau erreicht:
- 2020: rund 3,5 Millionen Besucher
- 2024: über 5 Millionen Besucher, davon 88 % Touristen und nur 11 % Einheimische
Dieser massive Anstieg hat den ökologischen Druck auf das fragile Vulkan-Ökosystem stark erhöht und die Inselregierung zu neuen Maßnahmen gezwungen.
Mehr Personal für den Nationalpark
Um die Umsetzung und Kontrolle sicherzustellen, sieht die neue Stellenliste (RPT) die Einstellung von 16 zusätzlichen Mitarbeitern vor:
- 8 Förster mit Befugnissen zur Ahndung von Verstößen und direkter Meldung an die Staatsanwaltschaft
- 8 Fachtechniker, darunter Forst- und Agraringenieure
Balance zwischen Natur und Tourismus
„Der Teide ist nicht nur ein Symbol unserer Identität, sondern auch ein Naturerbe von unschätzbarem Wert, das wir verantwortungsbewusst schützen müssen“, erklärte Präsidentin Rosa Dávila.
Mit den neuen Regelungen will der Cabildo ein Gleichgewicht schaffen: Besucher sollen weiterhin die Einzigartigkeit des Teide erleben können – ohne die Natur dauerhaft zu gefährden.






