Die Kanarischen Inseln wurden am Freitag, dem 19. September, von einer beispiellosen Hitzewelle heimgesucht. Laut der staatlichen Wetterbehörde Aemet wurde ein neuer September-Rekord aufgestellt: In San Bartolomé de Tirajana (Gran Canaria) stieg das Thermometer um 14:30 Uhr auf 41 °C. Nur wenige Minuten zuvor wurden in Las Palmas de Gran Canaria 39,9 °C gemessen. Diese Werte markieren den Höhepunkt einer Witterungsphase, die sich in die Klimageschichte des Archipels einreiht.
Kalima verstärkt die Belastung
Die extreme Hitze wurde von einer intensiven Kalima begleitet. Feiner Saharastaub legte sich über große Teile der Inseln, beeinträchtigte die Sicht und ließ die ohnehin drückenden Bedingungen noch unerträglicher erscheinen. Zwar rechnet die Aemet damit, dass die Hitzewelle ab Samstag schrittweise abklingt, doch die Abkühlung bleibt begrenzt: Die Temperaturen werden auch in den kommenden Tagen über dem jahreszeitlich Üblichen liegen.

Für Samstag werden Höchstwerte von bis zu 34 °C erwartet, mit Spitzen von 33 °C in Santa Cruz de Tenerife und 30 °C in Las Palmas de Gran Canaria. Die Nächte versprechen kaum Erleichterung: Mit 25 °C bzw. 24 °C bleiben auch die Mindesttemperaturen ungewöhnlich hoch.
Offizielle Warnungen und Maßnahmen
Die Aemet-Warnungen zu hohen Temperaturen und Staub in der Luft bleiben für fast den gesamten Archipel in Kraft: Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera, El Hierro und Teneriffa sind weiterhin betroffen. In manchen Binnengebieten könnten die Temperaturen sogar 36 °C erreichen.
Als Vorsichtsmaßnahme gestattete das kanarische Bildungsministerium am Freitag sieben Schulen auf Teneriffa, den Unterricht vorzeitig zu beenden, um Schüler und Lehrkräfte vor den gesundheitlichen Folgen der extremen Hitze zu schützen.
Wetter- und Windverhältnisse

Neben der Hitze prägten auch kräftige Winde das Wettergeschehen. Der Wind wehte überwiegend aus nördlicher Richtung, mit teils mäßigen bis starken Böen in verschiedenen Regionen. An anderen Stellen war er schwächer und kam eher aus Ost- oder Nordostrichtung, was die Verweildauer der Kalima in der Atmosphäre verlängern dürfte.
Zeichen eines Klimatrends
Das Wetterereignis reiht sich in eine Serie extremer Wetterlagen ein und macht deutlich, dass der September auf den Kanaren immer wärmer wird. Der neue Rekord von 41 °C bekräftigt den Trend zunehmender Klimavariabilität und erhöhter Anfälligkeit der Inseln für den Klimawandel. Die wiederholten Hitzewellen stellen nicht nur eine Belastung für den Alltag dar, sondern auch ein Risiko für Gesundheit, Infrastruktur und Umwelt.






