Die Kosten für den Erwerb von Immobilien auf den Kanarischen Inseln klettern weiter in die Höhe. Laut aktuellen Daten des Nationalen Statistikinstituts (INE) verteuerten sich Wohnimmobilien im Archipel im zweiten Quartal 2025 um 11,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Zwar liegt dieser Anstieg leicht unter dem spanienweiten Durchschnitt von 12,7 %, dennoch handelt es sich um einen der kräftigsten Zuwächse der letzten fast zwanzig Jahre.
Quartalsentwicklung
Auch im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen:
- +3 % insgesamt auf den Kanarischen Inseln
- +2,4 % bei Neubauten
- +3 % bei Gebrauchtimmobilien
Spanienweit lag das Quartalswachstum sogar bei +4 %, der höchste Wert innerhalb von sechs aufeinanderfolgenden Quartalen mit kontinuierlichen Steigerungen. Zwischen April und Juni legten vor allem Gebrauchtimmobilien (+4,2 %) zu, während Neubauten um 2,6 % teurer wurden.
Gebrauchte Immobilien erreichen neue Rekordwerte

Besonders auffällig ist die Dynamik bei Bestandsobjekten: Im Juli stiegen deren Preise um 17,2 %, wodurch der durchschnittliche Quadratmeterpreis auf den Inseln erstmals die Marke von 3.000 Euro überschritt.
Im Jahresvergleich verteuerten sich Neubauten um 10,7 %, Gebrauchtimmobilien um 11,8 %. Der Trend deckt sich mit dem gesamtspanischen Markt, wo die Preise für Bestandswohnungen zwischen April und Juni um 12,8 % zulegten – der stärkste Anstieg seit Anfang 2007. Neubauten verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 12,1 %.
Hintergrund: Nachfrage übertrifft das Angebot
Der Preisanstieg findet in einem Umfeld statt, das von Wohnraumknappheit und hoher Nachfrage geprägt ist. Zusätzlich befeuern sinkende Zinsen und günstigere Hypotheken die Kaufbereitschaft und führen zu einer anhaltend hohen Verkaufsdynamik.
Die Zahlen des INE verdeutlichen: Seit 40 Quartalen in Folge steigen die Immobilienpreise in Spanien. In den letzten drei Quartalen lag der Zuwachs jeweils über 10 %.
Regionale Unterschiede

Alle Regionen und autonomen Städte verzeichneten im zweiten Quartal ein zweistelliges Jahreswachstum. Besonders stark war der Anstieg in:
- Murcia: +14,6 %
- La Rioja: +13,7 %
- Aragón: +13,7 %
- Kastilien und León sowie Andalusien: +13,6 %
- Asturien: +13,5 %
- Melilla: +13,4 %
- Madrid: +13,3 %
Am niedrigsten fielen die Steigerungen in Kantabrien (+10,8 %) und Kastilien-La Mancha (+11,3 %) aus.
In dynamischen Märkten wie Katalonien lag das Wachstum bei +11,6 %, in der Valencianischen Gemeinschaft bei +12,6 %.
Ausblick der Branche

Neben den offiziellen INE-Daten veröffentlichte auch das Bewertungsunternehmen Tinsa aktuelle Zahlen: Im August 2025 lagen die Immobilienpreise in Spanien fast 12 % über dem Vorjahreswert. Auf den Inseln betrug der Zuwachs sogar 16,5 %, womit die Preise die Höchststände der Immobilienblase übertrafen.
Dennoch sehen Experten keine Anzeichen für eine neue Spekulationsblase. Das Portal Fotocasa verweist darauf, dass die Hypothekenvergabe weiterhin den Solvabilitätsanforderungen der Europäischen Zentralbank (EZB) entspricht und keine übermäßige Risikobereitschaft erkennbar sei.
Prognosen gehen jedoch davon aus, dass die Preise im Laufe des Jahres 2025 weiter anziehen, insbesondere in großen Städten und Küstenregionen, wo die Nachfrage besonders hoch ist.
Der Verband der Immobilienunternehmen (FADEI) betont, dass nur eine Ausweitung des Angebots die Lage entspannen könne. Er fordert steuerliche Anreize für Eigentümer, mehr Sozial- und bezahlbare Wohnungen sowie eine Stärkung der Bautätigkeit.
Auch Pisos.com warnt davor, kurzfristig mit Entlastung zu rechnen: Die strukturellen Faktoren – zu wenig Wohnraum, starke Nachfrage und günstige Finanzierung – würden sich absehbar nicht ändern.






