Nur einen Tag nach der Ankündigung, 400.000 Sitzplätze auf den Kanarischen Inseln zu streichen und den Betrieb am Flughafen Teneriffa Nord einzustellen, sorgt Ryanair mit einer neuen Richtlinie für Aufmerksamkeit: Ab sofort dürfen Passagiere größeres Handgepäck kostenlos mit an Bord nehmen.
Neue Handgepäckregelung
Seit Donnerstag ist es Ryanair-Reisenden erlaubt, ein Handgepäckstück mit den Maßen 40 x 30 x 20 cm mitzuführen. Dies bedeutet eine Erhöhung um 33 % im Vergleich zum bisherigen EU-Standard von 40 x 30 x 15 cm.
Das Gepäckstück muss unter den Vordersitz passen. Wer zusätzliches Handgepäck mitführen möchte, kann dies weiterhin über den kostenpflichtigen Priority Boarding Service tun.
Umsetzung an europäischen Flughäfen

Um die neue Regelung umzusetzen, hat Ryanair nach eigenen Angaben bereits an 235 Flughäfen in Europa die Gepäckmessgeräte angepasst.
„Ab heute ist die neue Freigepäckgrenze für Handgepäck bei Ryanair um 33 % größer als der EU-Standard. Wir haben die Messgeräte an allen Flughäfen entsprechend angepasst,“ erklärte Dara Brady, Chief Marketing Officer von Ryanair.
Hinweise für Passagiere
Brady erinnerte die Fluggäste zudem daran, dass weiterhin die Möglichkeit besteht, Aufgabegepäck bereits beim Buchungsvorgang hinzuzubuchen. Gleichzeitig warnte er:
„Wir hoffen, dass unsere Kunden diese großzügigere Freigepäckregelung genießen werden. Jeder Passagier, der die neuen Grenzen überschreitet, muss jedoch am Gate die Gebühr für Aufgabegepäck entrichten.“
Hintergrund: Kapazitätskürzungen in Spanien

Die Einführung der neuen Handgepäckregel fällt zeitlich zusammen mit Ryanairs Ankündigung, im kommenden Winter die Kapazitäten in Spanien deutlich zu reduzieren:
- Kanaren: Kürzung um 10 % (entspricht 400.000 Sitzplätzen).
- Gesamtspanien: Reduzierung um über eine Million Sitzplätze.
Grund dafür seien laut Ryanair die aus Sicht der Airline „überhöhten und wettbewerbsfeindlichen Gebühren“ des Flughafenbetreibers Aena.
Die Kapazitätskürzungen stoßen auf den Kanarischen Inseln bei Behörden und Reisenden auf Kritik und Besorgnis. Gleichzeitig versucht die Fluggesellschaft, mit der erweiterten Handgepäckregelung einen kundenfreundlichen Akzent zu setzen, um das Flugerlebnis zu verbessern – unter der Bedingung, dass die neuen Maße strikt eingehalten werden.






