portada principal

Ryanair streicht 400.000 Sitzplätze auf den Kanarischen Inseln und verlässt den Flughafen Teneriffa Nord

Ryanair streicht im Winter 400.000 Sitze auf den Kanaren und stellt Flüge ab Teneriffa Nord ein.

Die Billigfluggesellschaft Ryanair hat eine drastische Reduzierung ihrer Kapazitäten in Spanien angekündigt. Insgesamt werden im Winterflugplan mehr als eine Million Sitzplätze gestrichen. Besonders betroffen sind die Kanarischen Inseln, wo das Unternehmen 400.000 Plätze weniger anbietet und den Betrieb am Flughafen Teneriffa Nord vollständig einstellt.


Abzug von Teneriffa Nord und Vigo

Ab Winter 2025 wird Ryanair keine Flüge mehr ab Teneriffa Nord anbieten. Zudem werden bis Januar 2026 alle Verbindungen nach Vigo eingestellt. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit den seiner Meinung nach „überhöhten und wettbewerbsfeindlichen Gebühren“, die vom staatlichen Flughafenbetreiber Aena verlangt werden.

CEO Eddie Wilson erklärte auf einer Pressekonferenz, die Gebührensteigerungen führten dazu, dass zahlreiche Regionalstrecken nicht mehr rentabel seien. „Diese Kürzungen werden schwache Flughäfen besonders hart treffen und zu einem Verlust von Investitionen, Anbindung, Tourismus und Arbeitsplätzen in den Regionen Spaniens führen,“ warnte er.

Kürzungen im ganzen Land

Ryanair streicht 400.000 Sitzplätze auf den Kanarischen Inseln und verlässt den Flughafen Teneriffa Nord

  • Regionalflughäfen: Kapazitätsabbau um 41 % (600.000 weniger Sitzplätze).
  • Kanarische Inseln: Reduktion um 10 % (400.000 weniger Sitze).
  • Santiago de Compostela: Schließung der Basis mit zwei Flugzeugen – ein Verlust einer Investition von rund 200 Mio. US-Dollar für Galicien.
  • Valladolid und Jerez: vollständige Schließung während der Wintersaison 2025.
  • Weitere Kürzungen: Zaragoza (-45 %), Santander (-38 %), Asturien (-16 %), Vitoria (-2 %).

Insgesamt streicht Ryanair 36 Direktverbindungen zu Regionalflughäfen Spaniens und zu den Kanarischen Inseln. Rund zwei Millionen Sitzplätze jährlich werden stattdessen nach Italien, Marokko, Kroatien und Albanien umgeleitet.

Kanarische Inseln: Tourismusboom trotz Flugkürzungen

Die Entscheidung von Ryanair steht im deutlichen Kontrast zu den Rekordzahlen im Tourismus, die die Kanarischen Inseln derzeit verzeichnen.

  • Im August waren 934.883 Personen bei der Sozialversicherung registriert – so viele wie nie zuvor.
  • Die Zahl der Arbeitssuchenden sank auf 150.215, fast 8 % weniger als im Vorjahr und damit auf einem Niveau wie vor der Wirtschaftskrise von 2008.
  • Im Jahresvergleich verzeichnete die Region +28.507 Beschäftigte (+3,15 %) und liegt damit an der Spitze Spaniens. Besonders Teneriffa stach mit einem Plus von 3,6 % hervor.

Beschäftigungswachstum in allen Sektoren

Ryanair streicht 400.000 Sitzplätze auf den Kanarischen Inseln und verlässt den Flughafen Teneriffa Nord

  • Gastgewerbe: +5.288 Stellen (+3,2 %) → insgesamt 171.315 Beschäftigte, wichtigster Sektor der Inseln.
  • Gesundheit & Soziales: +4.652 (+4,7 %).
  • Verwaltungstätigkeiten: +3.809 (+5,3 %).
  • Transport & Logistik: +3.248 (+6,7 %).
  • Bauwesen: +2.327 (+3,7 %).
  • Handel: +2.121 (+1,5 %).
  • Industrie: +2,1 %.
  • Landwirtschaft: +0,9 %.

Die Arbeitslosigkeit sank auf allen Inseln, am deutlichsten auf La Gomera und El Hierro (-19 %), gefolgt von La Palma (-11,6 %), Lanzarote (-8 %), Gran Canaria (-7,7 %), Teneriffa (-7,6 %) und Fuerteventura (-5,4 %).

Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit

Die Regionalregierung hob zwei Entwicklungen hervor:

  • Rückgang der Arbeitslosigkeit bei über 45-Jährigen um 7.381 Personen (diese Gruppe stellt 62 % aller Arbeitslosen auf den Kanaren).
  • Abnahme der Langzeitarbeitslosigkeit um 6.000 Personen im Jahresvergleich.

Der Rückzug von Ryanair aus Teneriffa Nord und die Streichung von 400.000 Sitzplätzen sind ein herber Einschnitt für die regionale Anbindung. Gleichzeitig zeigt der Tourismusboom auf den Kanarischen Inseln, dass die Wirtschaft der Region derzeit robust wächst, Beschäftigung schafft und die Arbeitslosigkeit senkt.

Die größte Herausforderung für die kommenden Jahre wird sein, die positiven wirtschaftlichen Impulse mit den Risiken durch reduzierte Flugkapazitäten in Einklang zu bringen.


Scroll al inicio