Der Inselrat von Teneriffa warnt eindringlich vor Geldstrafen für Besucher, die trotz Verbote oder Auflagen weiterhin für Menschenansammlungen an beliebten Aussichtspunkten im Teide-Nationalpark sorgen. Betroffen sind insbesondere die Miradores Chipeque, Chimague und Ayosa im Naturpark Corona Forestal.
Die Präsidentin des Inselrats, Rosa Dávila, begründete die neuen Maßnahmen mit den immer wieder auftretenden Problemen durch wildes Parken, Verkehrsstaus und die akute Gefahr durch Waldbrände:
„Jeden Abend versammeln sich Menschenmassen, die nicht nur Staus verursachen, sondern auch ein erhebliches Risiko darstellen. Angesichts der Waldbrandgefahr bewegen wir uns oft in einer äußerst gefährlichen Situation.“
Koordinierte Sicherheitsmaßnahmen

Um dem Problem Herr zu werden, arbeitet der Inselrat eng mit der Zivilgarde, der Policía Canaria und Umweltbeamten zusammen. Ab nächster Woche soll die kanarische Polizei dauerhaft im Nationalpark präsent sein.
Die Umweltbeamten werden Besucher weiterhin kontrollieren und bei Regelverstößen Berichte anfertigen, die an die Generaldirektion für Verkehr weitergeleitet werden. Diese verhängt anschließend die Strafen. Bereits in den letzten Tagen seien mehrere Sanktionen ausgesprochen worden – zusätzlich zu den rund 700 Anzeigen wegen Umweltverstößen, die allein in der ersten Jahreshälfte 2025 auf Teneriffa registriert wurden.
Die Umweltbeauftragte Blanca Pérez betonte die doppelte Zielsetzung der Maßnahmen:
„Jeder, der die Regeln missachtet, wird gemeldet und bestraft. Diese Schritte dienen nicht nur dem Schutz der Natur, sondern auch der öffentlichen Sicherheit im Brandfall.“
Dauerproblem Überfüllung
Der Teide-Nationalpark, einer der meistbesuchten Naturorte Spaniens, kämpft seit Jahren mit den Folgen des Massentourismus. Vor allem bei Sonnenuntergang stauen sich Dutzende von Fahrzeugen auf den Zufahrtsstraßen zu den Aussichtspunkten Ayosa und Chipeque, wo Besucher illegal parken, um den Ausblick zu genießen.
In den sozialen Netzwerken kursieren Videos, die lange Reihen von Autos zeigen, die verbotenerweise entlang der Straßenränder abgestellt wurden. Am 9. August mussten mehr als 50 Personen vom Aussichtspunkt Chipeque evakuiert werden – trotz der Sperrungen und Zugangsbeschränkungen, die wegen extremer Hitze und höchster Waldbrandgefahr verhängt worden waren.
Beschwerden und Umweltgefahren

Immer mehr Stimmen schlagen Alarm:
- Der Fotograf Diego Manrique berichtete von Rauchen im Wald, weggeworfenen Zigaretten, illegalem Drohnenflug und sogar Diebstählen aus abgestellten Fahrzeugen – alles während bestehender Brandwarnungen.
- Jaime Coello von der Stiftung Telesforo Bravo – Juan Coello sprach von einer „perfekten Sturmfront der touristischen Überfüllung“ und warf dem Inselrat vor, den Massentourismus über den Naturschutz zu stellen. Die Situation sei „nicht mehr tragbar“. Er verwies auf illegales Parken, das Verlassen der Wanderwege und das Sammeln von Steinen durch Besucher in besonders sensiblen Bereichen wie den Minas de San José.
Diese Kritik reiht sich ein in die fast täglichen Beschwerden über mangelnde Kontrolle und die wachsenden Risiken für Natur und Sicherheit im Nationalpark.
Permanente Überwachung geplant
Als Reaktion kündigte der Inselrat an, an den am stärksten gefährdeten Aussichtspunkten eine permanente Überwachung einzuführen.
„Es handelt sich um ein komplexes Thema, das die Zusammenarbeit mehrerer Behörden erfordert. Wir arbeiten an langfristigen Lösungen, denn es geht nicht nur um den Schutz der Natur, sondern auch um die Sicherheit der Menschen im Brandfall,“ erklärte Dávila.
Bis dahin appelliert der Inselrat eindringlich an Einwohner und Besucher, sich verantwortungsbewusst zu verhalten, Sperrungen zu respektieren und die Anweisungen der Behörden strikt zu befolgen, um Unfälle und Umweltschäden in Teneriffas wertvollstem Naturraum zu verhindern.






