Die Fluggesellschaft Ryanair hat erklärt, dass sie auch während des Streiks bei ihrer Bodenabfertigungs-Tochtergesellschaft Azul Handling in diesem Sommer keine Flugausfälle oder gravierenden Störungen erwartet. Grund dafür seien die in Spanien geltenden Mindestdienstvorschriften, die den Betrieb absichern.
Zuversicht von Ryanair
In einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur EFE hieß es:
„Aufgrund der spanischen Gesetzgebung zu Mindestdienstleistungen während der Sommermonate erwarten wir keine Beeinträchtigungen unseres Flugbetriebs infolge dieser Streiks.“
Der Streik, zu dem die Gewerkschaft UGT – die zweitgrößte bei Azul Handling und Vertreterin von rund 20 % der Belegschaft – aufgerufen hat, betrifft Bodenabfertigungsdienste an über 20 Flughäfen in Spanien. Dazu gehören unter anderem Madrid, Barcelona, Málaga, Alicante, Valencia, Sevilla, Teneriffa Nord und Süd, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura.
Scharfe Kritik der Gewerkschaft

Im Gegensatz zu den beruhigenden Aussagen von Ryanair wirft die UGT dem Unternehmen vor, das Streikrecht systematisch zu unterlaufen. In einer Pressemitteilung kritisierte die Gewerkschaft unter anderem:
- die Einstufung sämtlicher Ryanair-Flüge als „geschützt“, sodass das Mindestpersonal alle Flüge bedienen muss, nicht nur die gesetzlich unverzichtbaren;
- die verspätete und chaotische Zustellung der Mindestdienstbescheinigungen, oft nur zwei bis drei Stunden vor Schichtbeginn;
- kurzfristige Flugplanänderungen, um den Betrieb während der Streiks zu verstärken;
- das Zurückhalten der Listen über das für Mindestdienste eingeteilte Personal;
- sowie das Verweigern des Zutritts zu den Einrichtungen für Mitglieder des Streikkomitees.
Nach Ansicht der Gewerkschaft stellen diese Praktiken einen gezielten Versuch dar, die Wirksamkeit des Arbeitskampfes zu schwächen.
Aktuelle Lage

Der Streik begann am Freitag, passend zum verlängerten Feiertagswochenende im August, einer der verkehrsreichsten Reisezeiten Spaniens. Bislang verlief er „ohne größere Zwischenfälle“, wie UGT berichtet. Lediglich in Barcelona kam es zu Durchschnittsverspätungen von rund 20 Minuten, so Chema Pérez, Sekretär des Luftfahrtsektors der Gewerkschaft.
Ausblick
Während Ryanair weiterhin betont, dass Passagiere keine Ausfälle oder ernsthaften Probleme erwarten müssen, verweist die UGT auf den Konflikt als Beispiel für die anhaltenden Spannungen über Arbeitsrechte, Dienstpläne und Arbeitsbedingungen bei Azul Handling. Da die Streiks in den kommenden Wochen fortgesetzt werden sollen, bleibt der Streit über die Auslegung und Umsetzung der Mindestdienste ungelöst.






