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Über 500 Flughafenmitarbeiter auf Teneriffa streiken wegen ausstehender Löhne und Arbeitsrechtsverletzungen

Über 500 Mitarbeiter der Flughäfen Teneriffa Süd und Nord streiken wegen Lohnrückständen und Vertragsbrüchen.

Mehr als 500 Beschäftigte der Flughäfen Teneriffa Süd und Nord haben ihre Arbeit niedergelegt. Sie werfen dem Abfertigungsunternehmen Menzies massive Verstöße vor – darunter Lohnrückstände, übermäßige Arbeitsbelastung und die Nichteinhaltung von Vereinbarungen. Die Arbeitsniederlegungen, organisiert von der Gewerkschaft UGT, sind für den 16., 17., 23., 24., 30. und 31. August angesetzt und fallen damit in die Hochsaison des Sommerreiseverkehrs.


Ausmaß des Konflikts

Am Flughafen Teneriffa Nord beteiligen sich rund 30 Mitarbeiter – hauptsächlich aus dem Bereich der Fluggesellschaft Canaryfly – am Streik. Laut Gewerkschaft werden jedoch alle Flüge dort durch Mindestdienste abgesichert, sodass keine Streichungen erwartet werden.

Anders die Lage am Flughafen Teneriffa Süd: Hier treten 480 Mitarbeiter in den Ausstand, darunter 350 von Menzies Ground Services und 130 von Menzies Aviation. Insgesamt steigt die Zahl der Streikenden an beiden Flughäfen somit auf über 500 Beschäftigte.

Vorwürfe der Beschäftigten

Über 500 Flughafenmitarbeiter auf Teneriffa streiken wegen ausstehender Löhne und Arbeitsrechtsverletzungen

Laut Isabel Benmodo, Leiterin des Luftfahrtsektors der UGT auf Teneriffa und Vorsitzende des Betriebsrats, richtet sich der Streik gegen die Nichteinhaltung von Vereinbarungen, auch jener, die im Rahmen einer Mediation im November 2024 getroffen worden waren und zuvor einen Arbeitskampf verhindert hatten.

Die Arbeitnehmer beklagen unter anderem:

  • Lohnrückstände von bis zu 18 Monaten, die viele in existenzielle Not gebracht haben.
  • Missbrauch von Überstunden und eine generelle Überlastung.
  • Hohe Fluktuation von Zeitarbeitskräften, deren ständige Einarbeitung auf den Schultern der Stammbelegschaft liegt.
  • Einseitige Festlegung oder Änderung von Urlaubstagen, was das Privatleben erheblich beeinträchtigt.
  • Zunahme von Krankmeldungen, vor allem aufgrund psychosozialer Belastungen.

„Das ist für die Finanzen jedes Arbeitnehmers verheerend“, erklärte Benmodo und verwies auf die weitreichenden Härten, die die Situation verursacht habe.

Gescheiterte Vermittlungsversuche

Am 7. August kam es zu einer Sitzung beim Interkonföderalen Vermittlungs- und Schlichtungsdienst (SIMA) mit Gewerkschaftsvertretern, Regierungsbeamten und dem Unternehmen. Eine Einigung blieb jedoch aus.

„Sie haben uns nichts angeboten, was wir erwartet hatten“, so Benmodo.

Mindestdienstleistungen und Folgen

Über 500 Flughafenmitarbeiter auf Teneriffa streiken wegen ausstehender Löhne und Arbeitsrechtsverletzungen

Das Verkehrsministerium hat verbindliche Mindestdienste vorgeschrieben, um die Auswirkungen zu begrenzen. Diese liegen bei 66 % bis 81 % für Verbindungen zwischen den Kanaren und dem Festland. Bei Inselverbindungen und Strecken ohne alternative Verbindung – etwa in Teneriffa Nord – liegt die Quote bei über 99 %, sodass dort nahezu alle Flüge stattfinden.

Während Ryanair erklärte, keine Beeinträchtigungen zu erwarten, gilt der Streik am Flughafen Teneriffa Süd als besonders kritisch. Er fällt in die verkehrsreichsten Wochen des Sommers und dürfte zu Verspätungen und betrieblichen Problemen bei Airlines führen, die stark von den Bodenabfertigungsdiensten von Menzies abhängig sind.


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