Eine anhaltende Hitzewelle wird sich an diesem Wochenende auf den Kanarischen Inseln verstärken, wobei in einigen Gebieten Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius erwartet werden. Als Reaktion darauf hat die Regierung der Kanarischen Inseln mehrere Warnungen herausgegeben, insbesondere für Bergregionen, da ein erhöhtes Risiko für extreme Hitze und Waldbrände besteht.
Warnungen und Wetterbedingungen
Am Dienstag hat die Regionalregierung eine orangefarbene Warnung wegen extremer Temperaturen auf Gran Canaria, wo Werte über 37 °C erreichen können, sowie eine Waldbrandwarnung für Gebiete über 400 Metern auf allen Hängen von Teneriffa, La Palma, La Gomera, El Hierro und Gran Canaria ausgegeben. Diese Maßnahmen wurden aufgrund der Vorhersage einer „langen und intensiven Hitzewelle” getroffen, die voraussichtlich am Wochenende ihren Höhepunkt erreichen wird.
- Die Hitzewarnung trat heute um 10:00 Uhr in Kraft, während die Waldbrandwarnung bereits um 8:00 Uhr ausgegeben wurde.
- Für die vier westlichen Inseln wurde ebenfalls eine Vorwarnung ausgegeben, und die spanische Wetterbehörde AEMET hat eine gelbe Wetterwarnung herausgegeben.
Die Generaldirektion für Notfälle führt diese Wetterlage auf eine Temperaturinversion in niedrigen Höhenlagen in Verbindung mit einer relativen Luftfeuchtigkeit unter 30 % über 500 Metern zurück – typische Indikatoren für Waldbrandgefahr.
Nachtemperaturen und Winde

Auch die Nachttemperaturen werden voraussichtlich unangenehm hoch bleiben und in einigen Gebieten über 25 °C liegen. Der Wind weht leicht bis mäßig aus Ost und Süd am Mittwoch und dreht am Donnerstag und Freitag auf Ost, insbesondere in Waldgebieten.
Die höchsten Temperaturen wurden gestern auf Gran Canaria gemessen:
- San Bartolomé de Tirajana mit 33,6 °C
- La Aldea de San Nicolás mit 32,9 °C
- Tejeda mit 32,7 °C
Prognosen zufolge könnten die Temperaturen im Landesinneren im Süden Gran Canarias am Donnerstag 38 °C überschreiten und am Wochenende auf 39 °C oder mehr steigen – 3–4 °C höher als in den südlichen Gebieten der westlichen Inseln.
Gesundheitsbehörden warnen vor Risiken
Das Gesundheitsministerium der Kanarischen Inseln hat in einer Erklärung bestätigt, dass die extremen Temperaturen voraussichtlich bis mindestens nächsten Montag anhalten werden, was eine sechstägige Hitzewelle bedeutet – die erste in diesem Sommer.
Die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit warnt vor ernsthaften Gesundheitsrisiken, darunter Hitzschlag und damit verbundene Erkrankungen, insbesondere bei gefährdeten Personengruppen wie:
- Kindern
- Schwangeren
- Älteren Menschen
- Menschen mit chronischen Erkrankungen
Empfehlungen für die öffentliche Gesundheit:

- Trinken Sie ausreichend und nehmen Sie leichte Mahlzeiten zu sich.
- Vermeiden Sie Sonnenexposition während der Mittagsstunden.
- Schränken Sie körperliche Aktivitäten im Freien ein, insbesondere am Nachmittag.
- Achten Sie auf gefährdete Familienmitglieder oder Nachbarn.
- Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, Schwäche, verschwommenes Sehen oder Fieber auftreten.
Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums wurden im letzten Monat 1.060 hitzebedingte Todesfälle registriert, was einem Anstieg von 57 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Maßnahmen zur Verhütung von Waldbränden auf Teneriffa
Aufgrund der hohen Waldbrandgefahr hat der Cabildo de Tenerife (Inselrat) heute um 8:00 Uhr den Notfallplan für die Insel Teneriffa (PEIN) aktiviert. Im Rahmen der Präventionsmaßnahmen der Stufe 1 sind folgende Aktivitäten in Wald- und Berggebieten verboten:
- Alle Arten von Feuer (einschließlich Grillen, Lagerfeuer und Gaskocher)
- Verwendung von Maschinen oder Werkzeugen, die Funken erzeugen können, wie Freischneider, Schweißgeräte oder Schneidwerkzeuge
- Feuerwerkskörper und Pyrotechnik in Risikozonen
- Rauchen in Erholungsgebieten, auf Campingplätzen, Wanderwegen, Aussichtspunkten und anderen Einrichtungen in den Bergen
Zusätzliche Empfehlungen:
- Den lokalen Behörden wird empfohlen, alle geplanten Veranstaltungen im Freien in den betroffenen Gebieten zu verschieben oder auszusetzen.
- Einwohner und Besucher werden dringend gebeten, das Betreten von Waldgebieten zu vermeiden, größtmögliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und die Selbstschutzhinweise für extreme Hitze zu befolgen.
Diese sich entwickelnde Situation unterstreicht die zunehmende Häufigkeit und Schwere von Hitzewellen in Südeuropa, insbesondere in Insel- und Bergregionen. Einwohner und Besucher werden aufgefordert, sich über offizielle Kanäle auf dem Laufenden zu halten und alle Sicherheitshinweise der Notfall- und Gesundheitsbehörden zu befolgen.






