Der Immobilienmarkt auf den Kanarischen Inseln setzt seinen Aufwärtstrend fort: Laut dem Immobilienportal Idealista stiegen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Gebrauchtimmobilien im Juli 2025 auf ein Rekordniveau von 3.090 Euro – ein Zuwachs von 17,2 % im Vergleich zum Juli des Vorjahres. Damit übertrifft die Inselgruppe erneut den nationalen Trend: Spanienweit lag der Durchschnittspreis bei 2.471 Euro pro Quadratmeter, was einer Jahressteigerung von 14,7 % entspricht.
Immobilien für viele unerschwinglich
Während in einigen karibischen Staaten Immobilienkäufern unter bestimmten Bedingungen die Staatsbürgerschaft angeboten wird, spitzt sich die Lage auf den Kanaren für viele Einheimische weiter zu. Eine bezahlbare Immobilie zu finden, wird zunehmend zu einem Kraftakt. Der Erwerb eines Eigenheims übersteigt für Durchschnittsverdienende oft die finanziellen Möglichkeiten.
Idealista spricht in seinem Bericht von einem drastischen Preisanstieg: Allein seit August 2024 (2.682 €/m²) ist der Durchschnittswert um 408 Euro pro Quadratmeter gestiegen – das entspricht einem Mehrwert von rund 46.000 Euro für eine typische Wohnung von 113 m². Auch kurzfristig steigen die Preise: Im Vergleich zum Vormonat Juni betrug der Anstieg 0,7 %, seit April sogar 3,6 %.
Regionale Preisunterschiede innerhalb des Archipels

Die Preisentwicklung variiert stark je nach Insel und Gemeinde:
- Santa Cruz de Tenerife: 3.292 €/m²
- Las Palmas (Gran Canaria): 2.802 €/m²
Die teuerste Gemeinde des Archipels ist aktuell San Bartolomé de Tirajana (Gran Canaria) mit einem Durchschnittspreis von 4.677 €/m², gefolgt von Guía de Isora (Teneriffa) mit 4.632 €/m².
Am unteren Ende der Preisskala liegen:
- Ingenio (Gran Canaria): 1.237 €/m²
- Icod de los Vinos (Teneriffa): 1.368 €/m²
Unter den Inselhauptstädten liegt Santa Cruz de Tenerife (2.486 €/m²) inzwischen knapp vor Las Palmas de Gran Canaria (2.483 €/m²).
Mietpreise nähern sich ebenfalls Höchstständen
Auch auf dem Mietmarkt ist eine deutliche Aufwärtsdynamik zu beobachten. Im Juli 2025 betrug der durchschnittliche Mietpreis 15 €/m² auf den Kanarischen Inseln. Obwohl dies einen leichten Rückgang um 0,6 % im Vergleich zum Juni bedeutet, liegt der Jahresanstieg bei 7,9 %.
Die regionalen Unterschiede sind dabei gering:
- Las Palmas: 15,1 €/m²
- Santa Cruz de Tenerife: 15,0 €/m²
- Mogán (Gran Canaria): 20,5 €/m²
- Adeje (Teneriffa): 19,8 €/m²
Im Juni 2025 wurde mit 15,1 €/m² der bisher höchste Durchschnittswert registriert.
Neubauten: kaum erschwinglicher

Laut einer Analyse der Sociedad de Tasación, die im ersten Halbjahr 2025 insgesamt 43.461 Wohneinheiten aus 2.245 Bauprojekten untersuchte, lag der Durchschnittspreis für Neubauten auf den Kanarischen Inseln bei 3.151 €/m². Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein durchschnittlicher Käufer rund acht volle Jahresgehälter aufbringen müsste, um eine Immobilie vollständig zu finanzieren – ein weiteres Indiz für die zunehmende Erschwinglichkeitskrise.
Auffällig: Im Januar 2025 wurde die Sociedad de Tasación von der Banco de España mit Geldstrafen in Höhe von rund 600.000 Euro belegt – Grund war die Nichteinhaltung offizieller Bewertungsstandards.
Spanienweit: Kanarische Inseln im oberen Drittel
Im nationalen Vergleich gehören die Kanarischen Inseln zu den Regionen mit dem stärksten Preiszuwachs für Gebrauchtimmobilien:
| Region | Preiswachstum (Juli 2025 vs. 2024) |
|---|---|
| Madrid (Autonome Gemeinschaft) | +24,4 % |
| Murcia | +19,3 % |
| Valencia | +18,0 % |
| Kanarische Inseln | +17,2 % |
| Kantabrien | +17,0 % |
| Andalusien | +15,2 % |
Am wenigsten gestiegen sind die Preise in:
- Extremadura (+0,3 %)
- Navarra (+1,4 %)
- La Rioja (+2,9 %)
Die teuersten Regionen Spaniens (Kaufpreise)

| Region | Ø Preis (€/m²) |
|---|---|
| Balearen | 5.025 |
| Autonome Gemeinschaft Madrid | 4.359 |
| Baskenland | 3.263 |
| Kanarische Inseln | 3.090 |
| Katalonien | 2.632 |
Die günstigsten Regionen sind:
- Extremadura: 979 €/m²
- Kastilien-La Mancha: 982 €/m²
- Kastilien und León: 1.233 €/m²
Unter den Städten führt San Sebastián mit 6.230 €/m², gefolgt von Madrid (5.718 €/m²) und Barcelona (4.943 €/m²). Deutlich günstiger sind dagegen Zamora (1.227 €/m²), Jaén (1.285 €/m²) und Ciudad Real (1.386 €/m²).
Methodik des Idealista-Index
Die Preisangaben basieren auf monatlichen Schätzungen von Idealista und berücksichtigen ausschließlich auf der Plattform gelistete Objekte. Um Verzerrungen zu vermeiden, werden Veränderungen in der Zusammensetzung des Immobilienangebots (z. B. Bautyp, Lage oder Zustand) rechnerisch bereinigt. Dies erhöht die Vergleichbarkeit über verschiedene Zeiträume hinweg.






