Die Regierung der Kanarischen Inseln hat angesichts einer außergewöhnlichen Hitzewelle die Alarmstufe auf die höchste Stufe angehoben und die Geltung der Warnung auf das gesamte Archipel ausgeweitet. Diese Maßnahme tritt ab Mittwoch, dem 16. Juli, um 8:00 Uhr in Kraft und betrifft sämtliche Inseln.
Grundlage der Entscheidung: Wetterprognosen und Notfallpläne
Die Entscheidung basiert auf aktuellen Vorhersagen der staatlichen Wetteragentur AEMET sowie weiteren meteorologischen Quellen und erfolgt im Rahmen des Plan Específico de Emergencias por Fenómenos Meteorológicos Adversos (PEFMA), wie er im Dekret 18/2014 vom 20. März festgelegt ist.
Extreme Temperaturen und gesundheitliche Risiken

Die Temperaturen sollen tagsüber 34 °C bis 38 °C erreichen – insbesondere in mittleren Höhenlagen und im Inselinneren. Auch die nächtlichen Temperaturen bleiben auf hohem Niveau: vielerorts werden Tiefstwerte über 25 °C erwartet, auf Gran Canaria sogar über 28 °C. Dies stellt ein erhebliches Risiko für die Gesundheit dar, insbesondere für ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke.
Zusätzlich wird mit Kalima (feiner Saharastaub in der Luft) gerechnet, was die Sichtweite einschränken und die Luftqualität verschlechtern kann.
Ausweitung der Waldbrandwarnung auf alle Inseln
Parallel zur Hitzewarnung hat die Regionalregierung im Rahmen des Plans INFOCA auch eine Waldbrandwarnung für alle Inseln ausgesprochen. Betroffen sind unter anderem El Hierro, La Palma, La Gomera und Teneriffa, sowie Gebiete auf Gran Canaria, die oberhalb von 600 m (im Norden) bzw. 400 m (an anderen Hängen) liegen.

Die kritischen Bedingungen umfassen:
- Thermische Inversion unterhalb von 400 m,
- Luftfeuchtigkeit unter 30 % ab 400 m Höhe,
- Leichte bis mäßige Ostwinde in Waldregionen am Mittwoch,
- Ab Donnerstag zunehmende Nordostwinde mit Böen über 70 km/h auf mehreren Inseln.
Empfehlungen der Behörden
Zum Schutz vor Hitze:
- Vermeiden Sie körperliche Anstrengung während der heißesten Tageszeit.
- Trinken Sie ausreichend Wasser und essen Sie leichte Mahlzeiten.
- Meiden Sie Alkohol und direkte Sonneneinstrahlung.
- Suchen Sie Schatten auf, nutzen Sie Sonnenschirme am Strand und halten Sie sich möglichst in kühlen oder klimatisierten Räumen auf.

Zum Schutz vor Waldbränden:
- Werfen Sie keine brennenden Zigaretten, Streichhölzer oder Müll in der Natur weg.
- Unterlassen Sie das Zünden von Feuerwerkskörpern oder ähnlichen Geräten in der Nähe von Wäldern, landwirtschaftlichen Flächen oder bewohnten Gebieten in Waldnähe.
- Halten Sie in gefährdeten Zonen Löschmaterial wie Schläuche und Wasser bereit.
- Beachten Sie lokale Einschränkungen der Behörden in Bezug auf Waldbetretung oder riskante Arbeiten.
Im Notfall
Bei Sichtung von Rauch oder Feuer ist sofort der Notruf 112 zu wählen. Ein schnelles Eingreifen ist entscheidend, um eine Ausbreitung möglicher Brände zu verhindern.






