Während sich die Wetterlage auf den Kanarischen Inseln am Montag relativ stabil zeigt, warnt die staatliche Wetterbehörde AEMET auf dem spanischen Festland vor einer Reihe extremer Wetterphänomene – darunter Hitze, Stürme und gefährliche Küstenbedingungen.
Kanarische Inseln: Bewölkt im Norden, mäßiger Wind und stabile Temperaturen
Auf den Kanaren wird am Montag überwiegend bewölktes Wetter erwartet, insbesondere in den nördlichen Regionen der gebirgigen Inseln. Dort kann es in den frühen Morgenstunden zu leichtem, lokal begrenztem Regen kommen. Die östlichsten Inseln zeigen sich zunächst zeitweise bewölkt, ehe sich die Wolkendecke im Tagesverlauf auflöst und die Sonne zum Vorschein kommt. Auf den übrigen Inseln bleibt es den ganzen Tag über meist klar.
Die Temperaturen bleiben insgesamt stabil, wobei auf den zentralen Inseln ein leichter Anstieg der Tageshöchstwerte zu erwarten ist. Der Wind weht aus nordöstlicher Richtung und kann in typischen Lagen – an den südöstlichen und nordwestlichen Hängen – vor allem morgens und am Nachmittag kräftiger ausfallen.
Festland: Gelbe Wetterwarnungen in neun Regionen wegen Hitze und Gewitter

Deutlich dramatischer zeigt sich die Wetterlage auf dem spanischen Festland. AEMET hat für Montag gelbe Warnungen in neun autonomen Regionen ausgesprochen: Andalusien, Aragón, die Balearen, Kastilien-La Mancha, Kastilien und León, Katalonien, Extremadura, Galicien und Madrid. Grund sind hohe Temperaturen, mögliche Gewitter, starke Regenfälle sowie gefährliche Küstenphänomene.
Besonders in Teruel, im südlichen Hochland und in den andalusischen Bergregionen werden starke Regenfälle und Gewitter erwartet. Die Temperaturen steigen vielerorts deutlich an: In Städten wie Albacete, Ciudad Real, Cuenca, Guadalajara, Lleida, Madrid, Ourense, Salamanca, Valladolid, Zamora und Zaragoza werden Höchstwerte von über 34 bis 36 °C erwartet. In besonders heißen Zonen wie Toledo, Sevilla, Córdoba und Badajoz sind sogar Spitzenwerte von 38 bis 40 °C möglich.
Auch nachts bleibt es vielerorts warm: Im Westen der Halbinsel steigen die Tiefstwerte weiter an, während sie im nordöstlichen Binnenland leicht sinken könnten. Ansonsten bleiben die Temperaturen während der Nacht weitgehend konstant.
Wind und Bewölkung: Regionale Unterschiede
Das Wetter bleibt auf dem Festland insgesamt stabil mit überwiegend klarem Himmel. Mittlere bis hohe Wolkenfelder können allerdings im Südosten und über dem Alborán-Meer auftreten. Die Windverhältnisse gestalten sich regional unterschiedlich:
- Galicien (Nordküste): mäßiger bis starker Nordostwind
- Straße von Gibraltar: Ostwind
- Ampurdán (Katalonien): Nordwind
- Kantabrische und südöstliche Küste: Ostwind
- Balearen und Kanaren: mäßiger Nordwind
Ungewöhnlich starke Hitze und Gewitter im Anmarsch – Kanaren bleiben weitgehend verschont

Meteorologen warnen zusätzlich vor einem bevorstehenden Wetterereignis mit besonders heftigen Gewittern und Temperaturen, wie sie sonst nur in einer ausgewachsenen Hitzewelle auftreten. Während auf der Halbinsel bereits am Wochenende lokale Unwetter mit Hagel und Sturmböen zu Schäden geführt haben – etwa in Teruel und Albacete – wird sich die Lage in den kommenden Tagen weiter zuspitzen.
Ein Hochdruckgebiet über dem Atlantik und ein Tiefdruckgebiet westlich der Iberischen Halbinsel lenken eine sehr warme Luftmasse aus Südwesteuropa auf die Halbinsel. Die Kanaren bleiben am Rande dieser Entwicklung und sind nicht direkt von den extremen Wetterphänomenen betroffen.
Anomalien in der Atmosphäre
Die aufziehende Luftmasse ist für Juni außergewöhnlich warm: In etwa 1.500 Metern Höhe werden Temperaturen von bis zu 28 °C erwartet. Auch wenn die offiziellen Kriterien für eine Hitzewelle nicht vollständig erfüllt werden, können die Werte in manchen Regionen gesundheitlich belastend sein.
Obwohl am Boden Hochdruck dominiert, bleibt in höheren Luftschichten etwas Kaltluft vorhanden. Diese Konstellation begünstigt die Bildung von Schauern und Gewittern, die zumindest teilweise die Hitze abmildern können. Zudem wird für fast die gesamte Woche mit einer erhöhten Staubbelastung durch Saharastaub gerechnet, was ebenfalls den Temperaturanstieg etwas dämpfen könnte.
Laut den Modellen des Europäischen Vorhersagezentrums werden die Temperaturen in Regionen wie Extremadura, Westkastilien-La Mancha, Kastilien und León, Galicien und im Kantabrischen Gebirge um 6 bis 10 Grad über dem jahreszeitlichen Durchschnitt liegen. Im Rest des Landes beträgt die Abweichung meist 3 bis 6 Grad.
Die heißesten Tage: Mittwoch bis Freitag

Die Höchstwerte werden zwischen Mittwoch und Freitag erwartet. Städte wie Sevilla, Córdoba, Madrid, Badajoz, Toledo, Zaragoza, Lleida und Ciudad Real könnten dabei Spitzenwerte von 38 bis 40 °C erreichen. Selbst an der kantabrischen Küste könnten Bilbao oder Oviedo über 30 °C verzeichnen.
Auch die Nächte bringen wenig Abkühlung: Tropennächte mit Tiefstwerten über 20 °C werden vor allem im Süden, entlang der Mittelmeerküste, auf der südlichen Hochebene und im Ebro-Tal auftreten. In einigen Städten Kastiliens und Leóns werden die Tiefsttemperaturen sogar über 25 °C liegen.
Gewitteraktivität und Waldbrandgefahr
In der ersten Wochenhälfte konzentrieren sich Gewitter auf das südliche Hochland, Andalusien und den Osten der Halbinsel. Starke bis sehr starke Niederschläge mit lokaler Überflutungsgefahr sind möglich. Ab Donnerstag dehnen sich die Gewitter auf weitere Regionen aus, erreichen am Freitag erneut das östliche Binnenland und ziehen am Samstag weiter nach Norden.
Begleitet werden diese Ereignisse von intensiver elektrischer Aktivität, die das Risiko für Waldbrände erhöht – wie kürzlich in Chinchilla (Albacete), wo ein Blitzschlag ein Feuer auslöste. Teilweise werden die Gewitter stark organisiert sein, mit Hagel, Sturmböen und anderen gefährlichen Wetterphänomenen.






