Der Sturm Dorothea hat auf den Kanarischen Inseln für zahlreiche Zwischenfälle gesorgt, insbesondere in der Nacht. Am stärksten betroffen waren die Inseln El Hierro, La Gomera und Teneriffa. Glücklicherweise gab es keine schwerwiegenden Schäden, und die meisten Probleme konnten bereits behoben werden, wie das Notfall-Koordinationszentrum 112 mitteilte.
Warnstufen und Vorsichtsmaßnahmen im gesamten Archipel
Die Rettungsdienste bleiben in höchster Alarmbereitschaft. Für El Hierro, La Gomera sowie die Nord- und Westküste Teneriffas wurde die höchste Windwarnstufe ausgerufen. Für den Rest Teneriffas und La Palma gilt eine allgemeine Warnung, während Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura in Vorwarnbereitschaft sind.
Zusätzlich wurde für das gesamte Archipel eine Warnung vor gefährlichen Küstenphänomenen ausgegeben. Gran Canaria steht außerdem wegen der trockenen Bedingungen unter Vorwarnung für mögliche Waldbrände.

Die staatliche Wetterbehörde Aemet prognostizierte für Sonntag Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h und rief eine orangefarbene Warnung für Teneriffa, La Gomera, El Hierro und den Westen von La Palma aus. Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura stehen unter gelber Warnstufe. Für Montag wird eine Entspannung erwartet: Die Warnung für den Westen La Palmas wird auf Gelb herabgestuft, und die orange Warnung beschränkt sich dann auf Teneriffa, La Gomera und El Hierro.
Extreme Böen und ungewöhnlich hohe Temperaturen
Am Samstag erreichten die Windböen in Sabinosa (El Hierro) laut Aemet bis zu 105 km/h, während in Arure (La Gomera) Spitzenwerte von 90 km/h gemessen wurden. In weiteren Regionen wie Vallehermoso (La Gomera), Puntagorda (La Palma), La Victoria (Teneriffa), Agulo (La Gomera), Valverde und La Dehesa (beide El Hierro) lagen die Böen über 75 km/h.
Der Sturm brachte auch außergewöhnlich warme Temperaturen mit sich. Mit 28,2 °C war Sabinosa am Samstag der wärmste Ort Spaniens. Am Sonntag wurden in Tazacorte (La Palma) bereits über 27 °C gemessen.
Intensive Gewitteraktivität

Zusätzlich zu den starken Winden wurde das Archipel am Samstag von Gewittern heimgesucht. Insgesamt verzeichnete Aemet mehr als 5.000 Blitzeinschläge, wobei die höchste Blitzaktivität zwischen 16:00 und 20:00 Uhr auftrat.
Gemeldete Schäden und Zwischenfälle
Die Notfall-Koordinierungsstelle 112 meldete verschiedene Vorfälle auf den betroffenen Inseln:
- La Gomera: In Valle Gran Rey erlitt ein Mann Prellungen durch eine herabfallende Markise.
- El Hierro: Stromausfälle wurden in Valverde und Frontera gemeldet, die jedoch bis 4 Uhr morgens behoben waren. Erdrutsche blockierten kurzzeitig die Straße HI-551, die inzwischen geräumt ist.
- Teneriffa: Umgestürzte Äste und Verkehrsschilder sorgten für Verkehrsprobleme.
- In Tacoronte stürzten Äste auf Straßen.
- In María Jiménez (Santa Cruz) wurden Verkehrsschilder umgerissen.
- In Arico wurden Schäden an elektrischen Leitungen gemeldet.
- In La Laguna wurden Zäune und Äste auf Straßen geschleudert.
- Auf der TF-28 in San Miguel sowie auf anderen Straßen in La Orotava kam es zu kleineren Erdrutschen.
Alle Verkehrsprobleme auf Teneriffa konnten inzwischen behoben werden, und der Verkehr läuft wieder normal.
Behörden appellieren zur Vorsicht
Die Behörden rufen weiterhin dazu auf, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, insbesondere in den Gebieten mit aktiven Warnungen. Angesichts der Kombination aus starken Winden, hohen Temperaturen und gefährlichen Küstenphänomenen ist erhöhte Aufmerksamkeit und die Befolgung von Sicherheitshinweisen erforderlich.






