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Ferienvermietungen belasten den Wohnungsmarkt in Teneriffas Süden

Ferienvermietungen beeinträchtigen die Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum im Süden Teneriffas.

Die Zunahme der Ferienvermietungen auf Teneriffa, insbesondere im Süden der Insel, hat erhebliche Auswirkungen auf den lokalen Wohnungsmarkt und verdeutlicht die Notwendigkeit einer besseren Koordination zwischen den lokalen Behörden, um den Anforderungen des Tourismussektors und den Wohnbedürfnissen der Einheimischen gerecht zu werden.


In den letzten Jahrzehnten hat sich der Süden Teneriffas aufgrund des stark wachsenden Tourismus erheblich verändert, was zu einer erhöhten Nachfrage nach Unterkünften und einem schnellen Anstieg der Ferienvermietungen geführt hat. Diese Entwicklung hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch tiefgreifende soziale und städtebauliche Folgen. Immer mehr Immobilieneigentümer entscheiden sich für Ferienvermietungen, die oft rentabler sind als herkömmliche Mietverträge. Infolgedessen ist das Angebot an bezahlbarem Wohnraum für Einheimische stark zurückgegangen.

Rosa Dávila, die Präsidentin des Cabildo von Teneriffa, äußerte kürzlich ihre Besorgnis über die zunehmende Zahl von Ferienwohnungen und wies darauf hin, dass es für Teneriffa «sehr schwierig ist, das Volumen zu bewältigen». In den letzten Monaten wurden 5.000 neue Anträge für Ferienwohnungen gestellt, die zu den bereits bestehenden 22.000 hinzukommen. Dieser Anstieg hat den Wohnungsmarkt verzerrt, insbesondere in vom Tourismus stark geprägten Gebieten wie Adeje und Arona, und den Zugang zu Wohnraum für die lokale Bevölkerung eingeschränkt.

Einfluss des Tourismus auf die Wohnungskrise

Ferienvermietungen belasten den Wohnungsmarkt in Teneriffas Süden

Nach Angaben der Federación de Empresarios de Hostelería y Turismo (FHET) kamen zwischen 2017 und 2024 1,3 Millionen mehr Touristen auf die Kanarischen Inseln, was einem Anstieg von 14 % entspricht. Traditionelle Touristenunterkünfte wie Hotels und Apartments verzeichneten jedoch nur ein geringes Wachstum von 0,3 %. Die Mehrheit der neuen Besucher entschied sich für Ferienwohnungen, was die Wohnungsknappheit in Regionen wie dem Süden Teneriffas weiter verschärft.

Als Reaktion darauf hat Dávila ein Moratorium für die Registrierung neuer Ferienwohnungen vorgeschlagen, um das Problem in den Griff zu bekommen, das viele als Hauptursache der Wohnungsnot betrachten. Sie argumentiert, dass die Anzahl der Anmeldungen, die durch Änderungen des regionalen Ferienhausgesetzes begünstigt wurde, die Verwaltungskapazitäten der lokalen Behörden überfordert hat, insbesondere in den südlichen Teilen der Insel.

Gegensätzliche Meinungen zur Krise

Ferienvermietungen belasten den Wohnungsmarkt in Teneriffas Süden

Die Asociación Canaria del Alquiler Vacacional (ASCAV) sieht die Ursachen der Krise jedoch anders. Laut Doris Borrego, der Präsidentin von ASCAV, liegt die Krise eher an einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum und rechtlicher Unsicherheit im traditionellen Mietmarkt. Ihrer Meinung nach sind 40 % der Mietwohnungen aufgrund der rechtlichen Unsicherheiten verschwunden, und nur 20 % wurden in Ferienwohnungen umgewandelt.

Außerdem weist der Verband auf eine unzureichende Stadtplanung hin, insbesondere in touristischen Regionen, wo das schnelle Bevölkerungswachstum nicht mit einem entsprechenden Angebot an Wohnraum für lokale Arbeitskräfte einhergeht.

Forderungen nach politischen Anpassungen

Ferienvermietungen belasten den Wohnungsmarkt in Teneriffas Süden

Javier Cabrera, Präsident des Círculo de Empresarios y Profesionales del Sur de Tenerife, stimmt dieser Einschätzung zu und argumentiert, dass konventionelle Mietwohnungen aufgrund der Beschränkungen durch das staatliche Wohnungsbaugesetz weniger rentabel geworden seien. Er fordert unterschiedliche Vorschriften für touristische und Wohngebiete, um Konflikte zwischen Touristen und Anwohnern in tourismusintensiven Gemeinden zu minimieren.

Der Tourismus hat zwar zur Verringerung der Arbeitslosigkeit im Süden Teneriffas beigetragen, die Wohnungskrise bleibt jedoch ungelöst und verschärft sich weiter. Die anhaltende Wechselwirkung zwischen der Expansion des Tourismussektors, der steigenden Zahl an Ferienwohnungen und dem Mangel an erschwinglichem Wohnraum für Einheimische unterstreicht die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes für die Wohnungs- und Tourismuspolitik in der Region.


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